Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Weiteres Nachdrängen zwischen Vug und Narew. 
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8. Armee die 10. Landwehr-Division unter Generalleutnant Clausius 
entsandt, die im Sumpfgelände beiderseits der von Süden nach Osowiec 
führenden Straße den Fluß bereits überschritten hatte. 
Am 19. August versuchte die 12. Armee an der entscheidenden Stelle, is.A«g«ft. 
gegen Vielsk, weiterzukommen. Die 86. Infanterie-Division des XVII. Re¬ 
servekorps erlitt dabei außerordentlich schwere Verluste, sie büßte an 
1300 Mann ein. Entscheidende Fortschritte aber konnten in dem rein fron¬ 
talen Kampfe trotzdem nicht erzielt werden. 
c) Das Abschwenken nach Nordosten. 
Am 19. August ließ der O b e r b e f e h l s h a b e r O st, zur Regelung 
der weiteren Verfolgung, an die Oberste Heeresleitung melden, 
er beabsichtige, „den Hauptdruck der 12. Armee in Richtung Vielsk—Narew 
(Stadt) zu legen, in der Annahme, daß der linke Flügel der 9. Armee auch 
in nordöstlicher Richtung, also nördlich der Bahn Kleszczele—Gajnowka 
gelenkt wird. Ist Oberste Heeresleitung einverstanden?" — Die Antwort 
lautete: „Die Rarew-Stoßgruppe der Heeresgruppe Hindenburg*) muß zu¬ 
nächst in rein östlicher Richtung unter Sicherung ihrer linken Flanke gegen 
den Rarew-Abschnitt mit dem rechten Flügel über Kleszczele, sodann nörd¬ 
lich des Policzna-Abschnittes weiter vorgehen. Rach wie vor ist auf schnelles 
Vorwärtsschreiten über Vielsk Wert zu legen. Abmarsch der Gruppe nach 
Norden kann erst erfolgen, wenn die Verhältniße beim Feind westlich und 
südwestlich des Forstes von Vialowiez weiter geklärt sein werden." Diese 
Weisung wurde dadurch ergänzt, daß General von Falkenhayn an dem¬ 
selben Tage noch ausdrücklich betonte, die Öffnung von Osowiec sei in 
diesem Augenblick weniger wichtig als die ununterbrochene Fortsetzung des 
Stoßes auf dem linken Narew-Afer längs des Flusses. Gleichzeitig räumte 
er aber dem Südflügel der 12. Armee „infolge guter Fortschritte bei Prinz 
Leopold" doch eine etwas mehr nach Norden weisende Richtung ein; er 
sollte jetzt nördlich an Kleszczele vorbei auf Gajnowka vorgehen. Das ent¬ 
sprach wenigstens annähernd den Absichten des Oberbefehlshabers Ost, der 
daraufhin die Aufgaben seiner sämtlichen Armeen neu regelte. In dem 
Befehll) hieß es: „Schwerpunkt 12. Armee Richtung Vielsk—Narew 
(Stadt)—Michalowo, Schwerpunkt 8. Armee Richtung Tykocin—Knyszyn". 
Gleichzeitig sollte die 10. Armee nunmehr mit dem linken Flügel auf Wilna 
angreifen. Dazu wurde die Zuweisung der beiden Kavallerie-Divisionen 
der 9. Armee von der Obersten Heeresleitung erbeten, am 20. August aber 
!) Diese Bezeichnung findet sich hier zum ersten Male. 
2) Der Befehl betraf in erster Linie die Ausgaben der 10. und Njemen-Armee; 
Gesamtwortlaut siehe S. 483 f.
	        
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