Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Zwischen Rarew und Bug. Fortschritte, aber keine Entscheidung. 333 
Der 5. August zeigte, daß der Feind zunächst noch nicht einmal ge¬ 
sonnen war, bis in diese Linien zurückzugehen. Der Tag brachte keine Fort¬ 
schritte. Vom rechten Flügel der Armee-Gruppe wurde nun auch die 38. In¬ 
fanterie-Division zum linken Flügel bestimmt, das Generalkommando des 
XI. Armeekorps sollte dorthin folgen. Der Gegner aber hatte, wie man 
erfuhr, inzwischen auch Warschau bereits aufgegeben; die 9. Armee war dort 
bis zur Weichsel gefolgt). „Die Russen wehren sich verzweifelt und haben 
sich erneut verschanzt", schrieb an diesem Tage der Erste Generalstabsoffizier 
der Armee-Gruppe, Major Stapsf, nieder. „Ich hoffe aber doch, daß wir 
durchkommen und ihnen, zusammenwirkend mit Mackensen, die Kehle zu¬ 
schnüren." 
Am 6.August erreichte der linke Flügel der Gruppe Veseler 
das vom Gegner nicht verteidigte Fort Dembe am Rarew. Auch sonst 
brachte der Tag in zähem Ringen in der Richtung nach Südosten, vor 
allem bei Wonsewo und Czerwin, einige Fortschritte, die zwar operativ 
nicht viel bedeuteten, aber zusammen mit den Kämpfen der drei letzten Tage 
seit langem wieder einmal eine größere Zahl von Gefangenen, 14 000 Mann 
nebst 69 Maschinengewehren, und auch eine Beute von sechs Geschützen 
ergaben. Ein bei der 8. A r m e e an diesem Tage unternommener Versuch, 
gegen O s o w i e c durch Abblasen von Gas vorwärtszukommen, blieb da¬ 
gegen ohne den erhofften Erfolg. Andererseits meldeten verschiedene Stellen 
der Front rückgängige Bewegungen beim Gegner; zahlreiche Brände von 
Ortschaften deuteten auf nahe bevorstehende, vielleicht größere Rückzugs¬ 
absichten der Rüsten hin. 
4. Die Ereignisse bei der 9. Armee und die Einnahme 
von Warschaus. 
Karten 5, 6 und 7, Skizze 12. 
Als Generalfeldmarschall von Hindenburg am 3. Juli den grund¬ 
legenden Befehl für die Einleitung der Rarew-Operation gab, hatte die 
9. Armee den Auftrag erhalten3), zunächst Polen links der Weichsel zu 
decken. Falls aber die Russen hier zurückgingen, sollte sie ihnen folgen, 
um Warschau und Rowogeorgiewsk auf dem linken Weichsel-Äser abzu¬ 
schließen. 
Rach Abgabe des XVII. und % XL Armeekorps für den Rarew- 
Angriff verfügte Generalfeldmarschall Leopold Prinz von 
Bayern, mit Generalmajor Grünert als Generalstabschef, an seiner an- 
5. August. 
6. August. 
L bis 5. Juli. 
9 S. 340. — -) Anschluß an S. 137. — 9 S. 279.
	        

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