Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Zwischen Rarew und Bug. Kämpfe ohne Fortschritte. 
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auch sie selbst war zunächst auf Abwehr eingestellt. General von Plüskow 
hielt ein Herausziehen von Teilen, die besonders schwer gelitten hatten, 
sogar erst für möglich, „wenn eine rückwärtige Stellung ausgehoben sei". 
Auf dem linken Flügel wurde bei Rozan, wo der Gegner das Waldgelände 
östlich des Flusses nachts geräumt hatte, der Brückenkopf bis Goworowo 
erweitert und erreichte damit elf Kilometer Tiefe; gleichzeitig konnte sich die 
83. Infanterie-Division im Angriff nach Norden der Übergangsstelle von 
Kamionka bis auf etwa fünf Kilometer nähern; im ganzen wurden mehr als 
2000 Gefangene eingebracht. Die für die Lage der 2. Infanterie-Division 
erhoffte Erleichterung blieb aber zunächst noch aus. Der zum Übergang 
bei Ostrolenka angesetzten 54. Infanterie-Division fehlten noch die in Aus¬ 
sicht gestellten Pontons sowie ein Teil der Munition, so daß der Fluß- 
Übergang am 28. Juli früh nach Ansicht der Truppenführer noch nicht mög¬ 
lich schien. General von Eben ließ es aber jetzt bei der einmal festgesetzten 
Angriffszeit. 
Bei der 8. Armee war es der 75.Reserve-Division des General¬ 
leutnants von Seydewitz gelungen, in der Nacht eine Brücke an der Szkwa- 
Mündung fertigzustellen und im Laufe des Tages ihre gesamte Infanterie 
trotz feindlichen Feuers auf das Südufer des Narew zu bringen; die 58. In¬ 
fanterie-Division war hinter ihr eingetroffen. Als weitere Aufgabe dieses 
Flügels der 8.Armee bezeichnete Generalleutnant Ludendorff jetzt das 
Vorgehen nach Osten gegen den Rücken von Lomza; zwei Mörser-Batterien 
des Korps Eben stellte er dazu in Aussicht, sobald dieses Korps den Über¬ 
gang durchgeführt habe. Da die bei Pultusk und Rozan freigewordenen 
schweren Batterien zur Gruppe Veseler getreten waren, mußten der linke 
Flügel der Armee-Gruppe Gallwitz und der rechte der 8. Armee mit ihrer 
bisherigen Artillerie auskommen, die für die zu lösende Aufgabe recht gering 
war; das Korps Eben hatte bei drei Infanterie-Divisionen im ganzen nur 
sechs schwere Steilfeuer-Batterien. 
Am 28. Juli morgens meldete die Armee-Gruppe Gallwitz 28.su«. 
der Obersten Heeresleitung, offenbar auf deren Anfrage, unmittel¬ 
bar: Auf dem rechten Flügel werde in etwa drei Tagen der Angriff gegen 
Dembe—Serock möglich sein; „bis dahin erschöpfen sich die Russen in 
erfolglosen Angriffen". Auch die Prut-Stellung, die sich als stark aus- 
gebaut erwiesen habe, solle angegriffen werden; es werde aber zwei bis drei 
Tage dauern, ehe die Munition heran sei. Am Pulwy-Vruch und nördlich 
werde das XVII. Armeekorps in breiter Front hinhaltend fechten. Wichtig 
sei jetzt, zunächst dem Korps Eben über den Rarew zu helfen. Wenn ihm 
der Übergang bei Ostrolenka heute oder morgen gelinge, so könne die Offen¬ 
sive in zwei bis drei Tagen auch auf diesem Flügel mit neun Divisionen
	        

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