Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Zwischen Narew und Bug. Neuer Aufenthalt. 
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sagt, während der rechte Flügel Gelände gewann, so ergab sich eine Schwen¬ 
kung, die mehr und mehr zu rein frontalem Nachdrängen hinter dem all¬ 
mählich ostwärts weichenden Feinde führen mußte; auf operative Wirkung 
war dann kaum noch zu hoffen. Am Fernsprecher erkundigte sich General 
von Gallwih nachmittags eingehend bei General von Eben nach den Aus¬ 
sichten des Flußüberganges nördlich von Rozan und erwog, ihn nun¬ 
mehr doch bei Ostrolenka zu versuchen, wie es auch General von Eben 
ursprünglich beabsichtigt hatte1); aber auch hier hatte sich der Gegner in¬ 
zwischen verstärkt, und ein neuer Versuch an dieser Stelle erforderte so 
umfangreiche Umgruppierungen an Truppen und Munition, daß er erst am 
27. Juli unternommen werden konnte. Das schien jedoch zu spät. So 
stimmte General von Gallwitz dem Vorschlage des Generals von Eben zu, 
der — ohne allerdings eine Gewähr für den Ausgang übernehmen zu 
können — in Übereinstimmung mit dem bei Kamionka befehligenden 
Generalleutnant von Falk der Hoffnung war, daß man dort, wenn auch in 
zähem Ringen, allmählich zum Ziele kommen werde. „Wir müssen unbe¬ 
dingt durchkommen", so heißt es in der beim Oberkommando Gallwih über 
diese Aussprache gemachten Aufzeichnung, „es ist für die Operation von 
größter Bedeutung". 
In der irrigen Annahme, daß General von Eben nun doch bei Ostro¬ 
lenka übergehen werde, hielt sich die 8. Armee bereit, sich diesem Vor¬ 
gehen mit dem eigenen rechten Flügel anzuschließen. 
Bis zum Morgen des 25. Juli waren bei der Armee-Gruppe Gallwitz 
im Raume Pultusk—Rozan sieben Rarew-Brücken fertig, je eine 
weitere wurde acht Kilometer südlich von Pultusk und bei Rozan begonnen. 
Der Feind aber hatte inzwischen Zeit gehabt, sich wieder zu setzen und 
weiter zu verstärken. An der Front von Rowogeorgiewsk bis Lomza, beide 
Plätze einschließlich, schienen jetzt bis zu 17 russische Divisionen^) zu stehen, 
am dichtesten gerade vor dem Teil der deutschen Front, an dem der 
Narew bereits überschritten war. Gleichzeitig machten sich neue Stockungen 
im R a ch s ch u b, vor allem in der Zuführung von Munition, bemerkbar; 
die Wege von den Voll- und Feldbahnendpunkten waren länger geworden, 
die wenigen vorhandenen Straßen bei starkem Verkehr und neuen Regen¬ 
güssen völlig zerfahren und vielfach grundlos. So ergab sich an der kämp¬ 
fenden Front eine Munitionsknappheit, die rascher Fortführung des An- 
!) S. 309. 
2) Nach einer Lagenkarte, die 63. I. D., I. turk. Korps, IV. Korps, 2. Z. D., 
XXVII. Korps, I. fib. Korps, XXI. Korps, IV. sib. Korps, V. Korps aufführte, 
außerdem einige einzelne Brigaden und drei Kav. Div. — Tatsächlich zählte der 
Gegner sogar 20 Inf.- und dreieinhalb Kav. Div. 
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25.ZU«.
	        

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