Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Übergang über den Fluß und Ergebnis der Kämpfe. 
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Infanterie allein so lange zu halten vermocht, bis sie durch den Massen¬ 
einsah deutscher Artillerie zerschlagen wurden. Trotz aller Anstrengungen 
der braven deutschen Truppe, die allein am 23. Juli etwa 3000 Mann Ver¬ 
luste hatte, war es den Russen geglückt, die in den Brückenköpfen eingesetzten 
Kräfte dann doch noch ohne größere Einbuße an Gefangenen und ohne 
jeden Verlust an Gerät in einer kurzen Sommernacht über den Fluß zurück¬ 
zuführen. 
Z. Die Fortsetzung des Angriffs gegen den Bug. 
a) Einwirkung der Obersten Heeresleitung^). 
General von Falkenhayn sah in dem günstigen Verlaufe, derm.mtbro.gu«. 
die Operationen seit Mitte Juli nicht nur bei der Armee-Gruppe Gall- 
witz, sondern auch bei der Armee-Abteilung Woyrsch") und der Heeresgruppe 
Mackensew) genommen hatten, verheißungsvolle Anzeichen für das Heran¬ 
reifen des zwischen Weichsel, Rarew und Bug erhofften großen Erfolges. 
„General von Falkenhayn bringt gute Nachricht. Alles geht im Osten vor¬ 
wärts. Im Westen ist der Feind ruhig .. . Falkenhayn sagt, es schiene, als 
würde der Feldzug jetzt im Osten entschieden!" — so schrieb Generaloberst 
von Plessen am 19. Juli in sein Tagebuch. In solcher Hoffnung hatte sich der 
deutsche Generalstabschef entschlossen, noch zwei Divisionen vom Westen 
heranzuholen^). Bisher waren alle Abgaben anderer Kriegsschauplätze der 
Heeresgruppe Mackensen zugeflossen. Da deren weitere Verstärkung aber 
wegen langer Transportwege und schwieriger Nachschubverhältnisse nicht 
vorteilhaft schien, neigte General von Falkenhayn dazu, die beiden Divi¬ 
sionen der 9. Armee zuzuführen, damit diese zwischen Iwangorod und War¬ 
schau über die Weichsel in den Rücken des am Rarew noch haltenden 
Feindes vorstoßen könne. Er ging dann aber auf den Vorschlag des 
Generalobersten von Conrad ein, der den Einsatz bei der Armee-Gruppe 
Gallwitz befürwortete. General von Falkenhayn teilte daher am 20. Juli 
dem Oberbefehlshaber Ost mit: „Nach Verlauf der jüngsten 
Ereignisse ist es in hohem Grade wahrscheinlich, 
daß die Entscheidung in dem Kampf gegen Rußland 
in dem Raum südlich des Rarew fallen wird. In ihm ist 
daher der Einsatz auch des letzten, an anderer Stelle nicht unbedingt nötigen 
Bataillons gerechtfertigt und erforderlich. Seine Majestät hat infolgedessen 
die Heranführung der 54. und 58. Infanterie-Division sowie des Minen- 
werfer-Vataillons Rr. 1 vom Westkriegsschauplatz befohlen. Der Trans- 
0 Karten 6 und 7. — 2) S. 394. — --) S. 390 ff. — *) S. 100.
	        

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