Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Zurückdrängen des Feindes gegen den Narew. 
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die beiden aktiven Divisionen des XVII. Armeekorps beiderseits der Straße 
nach Makow durch. Die 36. Infanterie-Division erreichte abends diesen 
Ort, während rechts von ihr die 1. G arde-Reserve-Division im Nordrande 
des Waldes östlich von Karniewo trotz Unterstützung durch die 50. Reserve- 
Division nicht durchdrang, und links die 35. Infanterie-Division über den 
Orzyc hinüber gegen die Flanke des vor dem Korps Matter stehenden 
Gegners abgedreht wurde; sie konnte hier zurückgehenden Teilen schwere 
Verluste zufügen und machte allein 1200 Gefangene. Das Korps Matter 
selbst war an den vom Gegner zerstörten Orzyc-Brücken aufgehalten 
worden und konnte sich daher erst bis zum Abend an die neuen russischen 
Stellungen südöstlich von Podos heranarbeiten. Dabei wurde im Ein¬ 
vernehmen mit dem Armee-Oberkommando die Entscheidung für den 
nächsten Tag von der 35. Infanterie-Division erwartet, die Flanke und 
Rücken des Feindes angreifen sollte. Dieser schien weitere Verstärkungen 
erhalten zu haben, die er, wie sie eintrafen, in den Kampf warf. Beim 
Korps Eben kam nur die Division Falk gut vorwärts. Im übrigen konnten 
dieses Korps und der rechte Flügel der 8. Arme e im Wald- und Sumpf- 
gelände nordöstlich von Ostrolenka bei vielfach fußtiefen Sandwegen nur 
geringe Fortschritte machen. General von Scholtz wollte den Angriff am 
folgenden Tage auch östlich der Pissa aufnehmen. 
Am Morgen des 18. Juli hatte der Feind seine Stellungen vor dem i8.g»H. 
linken Flügel des Korps Plüskow, dem XVII. Armeekorps und dem Korps 
Matter geräumt; die Fühlung mit ihm war meist verloren gegangen. Erst 
allmählich ergab sich, daß die Russen in einem Zuge bis in den befestigten 
Raum von Pultusk und Rozan und zwischen beiden Plätzen gegen den 
Narew zurückgegangen waren. Der Armeebefehl vom Morgen des 17. Juli 
hatte dieser Möglichkeit bereits Rechnung getragen. So folgten die deut¬ 
schen Truppen jetzt bis vor die Nordwest- und Nordfront der Stellungen 
von Pultusk und Rozan. Zwischen beiden Plätzen hielten sie sich vom 
Narew zunächst noch etwa sechs Kilometer entfernt. Auf dem linken Flügel 
reichte die Kraft des Korps Eben trotz Rückkehr der Division Falk nicht aus, 
um den Gegner gegen Ostrolenka weiter zurückzudrängen. Auch auf der 
ganzen übrigen Front der Armee-Gruppe und bei der 8. A r m e e herrschte 
Stillstand, oder wurden doch nur unbedeutende Fortschritte erzielt. 
Inzwischen war die Veute auf rund 24 000 Gefangene gestiegen, dabei 
war aber die Zahl von nur 110 Offizieren und im ganzen nur 14 Geschützen 
auffallend gering. Andererseits hatten sich die eigenen blutigen Verluste 
durch die teilweise sehr hartnäckigen Kämpfe, die dem ersten Einbruch folgten, 
auf etwa 20 000 Mann erhöht.
	        

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