Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

288 Der Angriff des Oberbefehlshabers Ost gegen die russische Narew-Front. 
iz.Z«u. terie-Division bestimmt hatte, den Befehl zur Schwenkung gegen die Straße 
Laguny—Przasnysz—Mchowo. Zu dieser Zeit hatte aber die 1. Garde- 
Reserve-Division noch nicht die Straße Czernice—Chojnowo erreicht. 
Erst um 7° konnte sie den Angriff gegen die starken Stellungen zwischen 
Dzielin und Chojnowo beginnen, und erst um 760 war links vor ihr die 
35. Infanterie-Division unter Generalmajor von Hahn in die vordere 
Linie eingerückt. Es begann bereits zu dunkeln, als die 1. Garde-Reserve- 
Division um 9° abends Chojnowo nahm; die starke Stellung nordöstlich 
des Ortes konnte dem Feinde in verlustreichem Angriff durch die 35. Infan¬ 
terie-Division sogar erst um 10° entrissen werden. So kam man an diesem 
Tage, trotz aller Hingebung der Truppe, über die Linie Chojnowo—deutsche 
Ausgangsstellung bei Mchowo nicht hinaus und war damit von Przasnysz 
immer noch etwa fünf Kilometer ab. 
Das Generalkommando Matter hatte um 330 nachmittags den Ein¬ 
druck gehabt, daß der Gegner überall im Rückzüge sei und nur noch mit Nach¬ 
huten an einigen Stellen Widerstand leiste. Bei Regen und Waldkämpfen 
ging es aber doch nur langsam vorwärts. Der Feind schien Verstärkungen 
zu erhalten. Die von General von Gallwitz als weiteres Ziel gesetzte Linie 
Vartniki—Dembiny lag durchschnittlich noch drei Kilometer vor der deut¬ 
schen Front, als der Kampf nach 10° abends auch hier verstummte. Auf 
dem linken Flügel war die Division des Generalleutnants von Falk in die 
vordere Linie eingerückt; die breite Wiesenniederung des Orzyc bot ihrer 
Ostflanke Schutz. 
Das Gesamtergebnis des ersten Angriffstages entsprach nicht ganz den 
hochgespannten Hoffnungen der Vormittags- und Mittagsstunden, wenn¬ 
gleich der Einbruch in die feindlichen Stellungen westlich von Przasnysz 
doch bis zu sechs, östlich des Ortes bis zu 4%[ Kilometer Tiefe erreicht 
hatte. Die beiden vorderen Stellungen der Rüsten waren an zwei Stellen 
auf je 15 Kilometer Breite durchstoßen, an vielen Punkten war die dritte 
Stellung erreicht; bei Czernice waren die gesamten russischen Batterie- 
stellungen genommen. Trotzdem konnten nur 5400 Gefangene, fünf Ge¬ 
schütze und 20 Maschinengewehre als Beute gemeldet werden; denn der 
Gegner hatte seine Anlagen nur schwach besetzt, seine an Zahl geringe 
Artillerie weit zurückgezogen gehabt und Zeit gefunden, sie rechtzeitig in 
Sicherheit zu bringen; die dritte Stellung wollte er anscheinend halten. 
Auch in den Nachbarabschnitten hatten die Unternehmungen des 
13. Juli Erfolg gehabt. 
Bei dem westlich an das Korps Plüskow anschließenden Korps 
Suren hatte die 85. Landwehr-Division unter Generalleutnant Clifford
	        
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