Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Der erste Tag des Angriffs bei Przasnysz. 
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nommen. Gegner anscheinend völlig überrascht. Cs soll auch noch die dritte 
feindliche Hauptstellung angegriffen werden." Diese lag etwa zwei Kilo¬ 
meter südlich der Straße Grudusk—Czernice, an die sie sich bei Chojnowo 
heranzog. In der Meldung hieß es weiter, das Korps Matter sei im 
Besitze von Szla, im Walde östlich des Ortes werde aber noch gekämpft; 
auf dem linken Flügel des Korps rücke die Division Falk in die Front ein. 
Am 315 nachmittags wurde der Angriff des rechten Flü¬ 
gels neu geregelt. Das Korps Plüskow erhielt das Höhen¬ 
gelände unmittelbar südlich der Linie Grudusk—Czernice als Tagesziel; 
die nachrückende Brigade Pfeil wurde ihm zur Verfügung gestellt, um beim 
weiteren Vorgehen die Flanke zu decken. Dem Korps Pannewitz, dem 
später die Aufgabe zufallen mußte, nach Südosten gegen Przasnysz abzu¬ 
schwenken und damit seine Front ebenfalls erheblich zu dehnen, wurde die 
35. Infanterie-Division zugewiesen und damit das XVII. Armeekorps 
wieder vereinigt. 
Im Laufe des Nachmittags wurde das Vorgehen lang¬ 
samer. Das Nachziehen der Artillerie erforderte Zeit, die Kraft der von 
Linie zu Linie vorstürmenden Infanterie begann nachzulassen. 
General von Plüskow hatte seine 38. Infanterie-Division südlich 
von Grudusk vorübergehend angehalten, um abzuwarten, bis die 86. Infan¬ 
terie-Division die Straße Grudusk—Czernice erreiche. Am l45 nachmittags 
wußte er von der 38. Infanterie-Division, daß der Feind Lysakowo halte; 
im übrigen sei er nach Patrouillenmeldungen „in vollem Rückzüge" gegen 
die südlich der großen Straße liegende dritte Stellung. Als die Straße um 
3° nachmittags von der 86. Infanterie-Division erreicht war, befahl der Kom¬ 
mandierende General den neuen Angriff. Nach anfänglich guten Fort¬ 
schritten verstärkte sich indes das feindliche Artillerieseuer; der Gegner schien 
sich wieder gesetzt zu haben. Von Lysakowo her griff er gegen die Flanke 
der 38. Infanterie-Division an. Mühsam arbeitete sich die deutsche Infan¬ 
terie weiter vorwärts und nahm abends nach Einsatz der Brigade Pfeil die 
starken Anlagen von Pszczolki Gerne. Die deutsche Artilleriewirkung aber 
litt bei fortdauerndem Regen unter schlechter Beobachtung. So kam der 
Angriff gegen die russische dritte Stellung im übrigen vor Lysakowo und am 
Südrande von Czernice zum Stehen. Wirkungsschießen der Artillerie und 
Sturm wurden auf den Morgen des 14. Juli verschoben. 
Inzwischen hatte der O b e r b e f e h l s h a b e r O st angeregt, mit Hilfe 
der noch frischen 35. Infanterie-Division das anscheinend nur schwach besetzte 
Przasnysz möglichst durch Handstreich, von Süden umfassend, zu nehmen. 
Am 515 nachmittags gab General von Pannewitz, der diese Division 
vorher schon zum Einsatz zwischen der 1. Garde-Reserve- und 36. Infan-
	        
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