Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

278 Der Angriff des Oberbefehlshabers Ost gegen die russische Narew-Front. 
2.IM. Obersten Heeresleitung in Aussicht genommene Operation über den mitt¬ 
leren Njemen vorzubereiten. Die 41. Infanterie-Division sollte daher der 
Rjemen-Armee verbleiben. 
Der Armee-Gruppe GallwiH eröffnete Generalleutnant Ludendorff noch 
am Nachmittage des 2. Juli, daß der Hauptangriff in ihrem Abschnitt zu 
führen sei, und daß dazu das XVII. Armeekorps überwiesen werde. Die 
beiden anderen als Kräftezuschuß in Aussicht genommenen Divisionen 
(3. Infanterie- und eine Garde-Division) befanden sich ohnehin schon dort. 
Schwere Artillerie sollte von der 8. und 9. Armee zugeführt werden. 
General von GallwiH verfügte in seinem 150 Kilometer breiten 
Abschnitte zwischen unterer Weichsel und Szkwa bisher über insgesamt etwa 
zehn Divisionen4); davon kamen aber nur sieben2) für die zu lösende Ausgabe 
in Frage. Etwa 844 russische Divisionen schienen gegenüberzustehen. Öst¬ 
lich der Szkwa schloß in 70 Kilometer Breite bis zum Vobr unterhalb von 
Osowiec der rechte Flügel der 8. A r m e e an, der bei einer Gesamtbesehung 
von vier Divisionen einige weitere stoßkräftige Ditnstonrn3) aufwies. 
Diesem Frontabschnitt standen aber etwa sechs russische aktive Divisionen 
gegenüber, darunter das Gardekorps. 
Am Abend des Tages teilte Oberstleutnant Hoffmann, der in 
Löhen zurückgeblieben und durch Ferngespräch über das Ergebnis der 
Posener Besprechung unterrichtet worden war, an die Armee-Gruppe Gall¬ 
wiH mit4), wie man sich beim Oberkommando Ost die Durchführung denke. 
Als Ziel des Durchstoßes sei S i e d l c e in Aussicht genommen; in dieser 
Richtung solle „auf dem nächsten Wege" vom linken Flügel vor¬ 
gegangen werden. Ein solcher Angriff führte bei Ostrolenka über den 
Narew. „Der kühne Gedanke," — so schrieb General von GallwiH nach 
dem Kriege3) — „direkt tief in den Rücken des Feindes vorzustoßen 
— Siedlce lag 140 Kilometer vor meiner Front —, beschäftigte mich leb¬ 
haft." Für ein so weitgreifendes Unternehmen erschien ihm die Verstärkung 
durch das in Aussicht gestellte XVII. Armeekorps allein nicht ausreichend 
und auch das „höchst unwegsame" Gelände zwischen Orzyc, Omulew, 
Rozoga und Szkwa mit der dicht dahinter liegenden Strombarriere des 
0 S. 270, Denkschrift des Generals Ludendorff; dort sind allerdings, vielleicht 
etwas knapp, nur neuneinhalb Divisionen gerechnet. 
a) 4. G. Z. D. und 1. G.R. D.; 2., 3., 26., 37. und 86. I. D. (diese, bisherige 
Div. Wernih des Korps Suren, bestand vorwiegend aus Ersatz-Truppenteilen). 
8) Vor allem 3. und 75. R. D. 
4) Soffmann, I, S. 272. Aufzeichnung vom 2. Juli. — von GallwiH, S. 268. 
5) von GallwiH, S. 268.
	        

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