Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Der Sommerfeldzug der Verbündeten in Galizien. 
des 22. ausgegebenen Befehl, nach dem der Dniester-Übergang in der Frühe 
des nächsten Tages stattfinden sollte. Seiner Anregung, den linken Flügel 
der 7. Armee durch Vorstoß aus der Gegend von Maryampol nach Nord- 
westen mitwirken zu lassen, konnte nicht stattgegeben werden, da die hier 
sichernden Kräfte für eine offensive Verwendung zu schwach waren und die 
gespannte Lage an der übrigen Arwefront1) ihre Verstärkung nicht erlaubte. 
Nur Täuschungsmaßnahmen sagte General von Pflanzer zu. 
Die Gruppe Marschall (5. Kavallerie-Division und ö.-u. Korps Hof¬ 
mann) hatte die im Brückenkopf von Iezupol—Halicz stehenden starken 
feindlichen Kräfte schon vom 22. ab durch demonstrative Vorstöße zu bin¬ 
den. Die Korps Gerok (ö.-u. Brigade Bolzano und ö.-u. 19. Infanterie- 
Division), Kosch (Generalkommando des X. Neservekorps mit 101. und 
105. Infanterie-Division) und Bothmer (3. Garde-Infanterie-Division und 
1. Infanterie-Division) sollten ihre Infanterie zwischen Ostrow und Holeszow 
noch in der Dunkelheit überraschend über den Fluß werfen und den Wider¬ 
stand des Feindes bei Tagesanbruch durch überwältigendes Artilleriefeuer 
im Keime ersticken. Dem linken, ebenfalls General Graf von Bothmer 
unterstehenden Armeeflügel (48. Reserve-Division, ungarische 38. Infanterie- 
Division und ö.-u. 1. Kavallerie-Division) fiel im Anschluß an die Gruppe 
Szurmay der ö.-u. 2. Armee die Flankensicherung der übergehenden Truppen, 
besonders gegen Zydaczow, zu. 
Die Dinge nahmen jedoch nicht den geplanten Verlauf. Cs bedurfte 
tagelanger, erbitterter Kämpfe, bis das erstrebte nächste Ziel erreicht war. 
Die noch während der Nacht vom 22. zum 23. Juni übersetzende Infan¬ 
terie der drei Korps stieß überall auf äußerst starken Widerstand und ver¬ 
mochte nur an einigen wenigen Punkten auf dem Nordufer Fuß zu fassen. 
Auch im Laufe des Tages gelang es nicht, die Einbruchsstellen wesentlich 
zu erweitern. Hingegen hatte der Feind, offenbar unter dem Eindruck der 
für ihn ungünstig verlausenden Kämpfe um Lemberg, vor dem linken 
Armeeflügel und der Gruppe Szurmay noch in der Nacht die Brückenköpfe 
von Zydaczow Wolcniow und das linke Dniester-Aser geräumt und war 
nach Osten abgezogen. In sofort aufgenommener Verfolgung stießen die 
48. Reserve-Division bis westlich von Chodorow, die ungarische 38. Infan¬ 
terie-Division weiter nördlich bis Ostrow nach. Die ö.-u. 1. Kavallerie- 
Division wahrte den Anschluß zum rechten Flügel der 2. Armee, der die 
Linie Wybranowka—Lopuszna erreichte. Die hierbei aus der Front aus¬ 
gesparte Gruppe Szurmay wurde tags darauf um Mikolajow gesammelt 
und am 25. nach Norden verschoben. 
0 S. 239.
	        

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