Volltext: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Der Sommerfeldzug der Verbündeten in Galizien. 
8. Die Kämpfe auf dem rechten Heeresflügel 
vom 4. bis 13. Juni. 
Karten 5 und 6, Skizzen 17 und 18 
Der in den Weisungen der ö.-u. Heeresleitung vom 4. Juni enthaltene 
Auftrag für die deutsche Südarmee deckte sich ganz mit den Ab¬ 
sichten ihres Führers, des Generals von Linsingen. Dieser hatte bereits 
am 3. Juni der Heeresleitung in Teschen gemeldet, daß seine Armee am 
nächsten Tage auf ihrer ganzen Front — mit dem linken Flügel aus der 
Linie Strzalkow—Chodowice—Pokrowce — zum Angriff in südöstlicher 
Richtung antreten werde, um den Gegner vor der ö.-u. 7. Armee aufzurollen. 
Cr hatte hierfür die Unterstellung des linken Flügels dieser Armee unter 
seinen Befehl beantragt. In seiner ablehnenden Antwort hatte General 
von Conrad mitgeteilt, daß die 7. Armee zur Zeit vom Gegner heftig an¬ 
gegriffen werde und aller Kräfte bedürfe, daß sie aber nach Abweisung des 
feindlichen Vorstoßes mit Nachdruck in die Offensive der Südarmee ein¬ 
greifen werde. 
Nach vierzehntägiger Kampfpause war nämlich die russische 9. Armee 
am 2. Juni von neuem zum Angriff gegen die Mitte der ö.-u. 7. Armee 
vorgegangen. Während sie östlich von Kolomea und bei Lanczyn nur vor¬ 
übergehend auf das Südufer des Pruth gelangt war, hatte sie südlich von 
Sadzawka festen Fuß fassen können. Durch fortgesetzte Vorstöße suchte sie 
hier am 3. Juni weiter auf Mlodiatyn Raum zu gewinnen. Der Führer 
der ö.-u. 7. Armee, General der Kavallerie Freiherr von Pflanzer-Baltin, 
setzte alle verfügbaren Armeereserven zur Gruppe Czibulka in Marsch, die 
in scharfem Abwehrkampf den feindlichen Einbruch abzuriegeln bemüht war. 
Da sich die Lage am Nachmittag nicht unbedenklich zuspitzte, mußte von 
einer Offensive des linken Armeeflügels einstweilen abgesehen werden. 
So war die Südarmee zunächst auf sich allein angewiesen. Das 
am 3. Juni von Fliegern beobachtete Herausziehen von Kräften aus der 
Front gegenüber den Korps Gerok und Hofmann nach Norden ließ indessen 
nun auch hier ein baldiges Nachlassen des feindlichen Widerstandes er¬ 
hoffen. General von Linsingen machte daher in dem spät abends aus¬ 
gegebenen Armeebefehl beiden Korps zur Pflicht, „einen etwa beginnenden 
Rückzug des Gegners durch schnelles und ungestümes Nachdrängen in 
Flucht zu verwandeln". Das Korps Vothmer sollte seinen umfaffenden 
Angriff gegen den feindlichen rechten Flügel südlich des Dniester fort¬ 
setzen, die ö.-u. 1. Kavallerie-Division über Hnizdyczow auf Krechow vor¬ 
stoßen, die Gruppe Szurmay am Dniester von Nadiatycze bis Kolodruby 
sichern und mit der ungarischen 40. Infanterie-Division Derzow erreichen.
	        

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