Volltext: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Der Operationsplan des Oberkommandos der 11. Armee. 
203 
Am 3. Juni um 830 vormittags, also unmittelbar nach der Einnahme 3.311m. 
von Przemysl, unterbreitete das Armee-Oberkommando 11 den 
verbündeten Heeresleitungen seine Absichten über die Weiterführung der 
Operationen. Cs schlug zunächst die Auflösung der im Raume von Przemysl 
zusammengedrängten ö.-u. 3. Armee vor. Das X. und XVII. Korps 
sollten an die ö.-u. 4. Armee, das deutsche Beskidenkorps an die ö.-u. 
2. Armee abgegeben, die heranrollenden Verstärkungen der 11. Armee zu¬ 
geteilt werden. Generaloberst von Mackensen erbat für sich den gemein¬ 
samen Oberbefehl über alle drei Armeen. Beabsichtigt war zunächst. Teile 
der 11. Armee aus dem Brückenkopf nach Norden vorstoßen zu lassen, um 
dem rechten Flügel der 4. Armee bei Sieniawa den Übergang über den 
San zu erleichtern. Rach Eintreffen der Verstärkungen war dann die 
Fortsetzung der Offensive der 11. Armee in tiefer Staffelung aus der Linie 
Starzawa—Molodycz über Starzyska—Rawa Ruska nördlich am Grodek- 
Abschnitt vorbei ins Auge gefaßt, um diesen unhaltbar zu machen. Die 
2. Armee sollte hierbei durch Vorgehen aus der Linie Chlopczyce— 
Mosciska gegen die Linie Komarno—Ianow die rechte Flanke der 11. Armee 
decken, während die gleiche Aufgabe für die linke Flanke der 4. Armee zu¬ 
gedacht war. Diese sollte mit zwei Korps auf Rudka (20 Kilometer nord¬ 
östlich von Lubaczow)—Rarol Miasto vorgehen, mit zwei Korps die 
Deckung gegen den Tanew-Abschnitt, mit dem Rest die Deckung im San— 
Weichsel-Dreieck übernehmen. 
Die verbündeten General st abschefs erklärten sich in einer 
Aussprache am 3. Juni nachmittags in Pleß mit diesen Absichten des 
Armee-Oberkommandos 11 einverstanden und vereinbarten außerdem, daß 
die Slldarmee den Angriff mit ihren Hauptkräften in südöstlicher Richtung 
gegen die rechte Flanke des der bedrängten ö.-u. 7. Armee gegenüber¬ 
stehenden Feindes fortsetzen sollte. Am 4. Juni ergingen daraufhin 
die neuen Weisungen. Sie lauteten im wesentlichen: „Generaloberst 
von Mackensen mit der 11. Armee und den noch zurollenden Truppen 
setzt den Stoß südlich des Tanew fort, um den ihm gegenüberstehenden 
Feind entscheidend zu schlagen. Die 2. Armee schließt sich rechts diesem 
Vorstoß an und übernimmt in der Folge den Schutz der rechten Flanke, 
die 4. Armee den Schutz des Vorstoßes in der nördlichen Flanke . . . Am 
den Einklang bei dieser Operation sicherzustellen, werden für die Dauer 
derselben die 4. und 2. Armee an die Befehle des Generaloberst 
von Mackensen gewiesen. Die Südarmee dringt südlich des Dniester 
gegen den rechten Flügel der der 7. Armee gegenüberstehenden feindlichen 
Kräfte vor, um im Verein mit dieser den südlich des Dniester stehenden 
Feind endgültig zu schlagen. Sie übernimmt hierbei auch die Sicherung 
am Dniester."
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.