Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

B. Der Gommerfeldzug der Verbündeten in Galizien. 
I.Die Erzwingung des San-Überganges bei Iaroslau 
vom J4. bis 20. Mai. 
Karten 5 und 6, Skizzen 13 und 15. 
Nach der von den Generalstabschefs der verbündeten Heere am 
12.Mai in Pleß getroffenen Vereinbarung^) sollte die Verfolgungs¬ 
operation in Galizien zunächst bis an die San — Wisznia- 
Linie sowie gegen den oberen D n i e st e r fortgeführt werden. Cs war zu 
erwarten, daß hierbei noch starker Widerstand des Feindes zu überwinden 
sein würde. Waren diese Abschnitte fest in die Hand genommen, so sollte das 
weitere Verfahren auf dem galizischen Kriegsschauplatz vom Verlaufe der 
Dinge auf dem Ostflügel abhängig gemacht werden. Diesem kam im Hinblick 
auf die unsichere Haltung Rumäniens besondere Bedeutung zu. Gelang es 
schon durch das Vorgehen des rechten Flügels der ö.-u. 2.2lrmee und der deut¬ 
schen Südarmee südlich des Dniester die in Ostgalizien und der Bukowina 
gegen die ö.-u. 7. Armee gerichtete russische Offensive zum Stillstand zu 
bringen, so wollte man sich auf das Halten des San—Wisznia—Dniester- 
Abschnitts beschränken. In diesem Falle beabsichtigte General von Falken¬ 
hayn, die 11. Armee zu anderweitiger Verwendung herauszuziehen und der 
ö.-u. Heeresleitung zu überlasten, ob und inwieweit sie noch mit ihren eigenen 
Truppen (einschließlich der deutschen 47. Reserve-Division und des Ves- 
kidenkorps) verfolgen wollte. Erwies sich hingegen der entlastende Druck 
der aus der Karpaten-Front vordringenden Armeen nicht als ausreichend, 
um in Ostgalizien und in der Bukowina einen entscheidenden Umschwung 
der Lage herbeizuführen, so war die Fortführung der Operation über den 
San und Dniester hinaus in Aussicht genommen, bei der der rechte Flügel 
der 11. Armee die Richtung auf Lemberg einschlagen sollte. General 
von Falkenhayn sah in solcher Entwicklung eine erwünschte Gelegenheit, 
den Russen, falls sie standhielten, nochmals einen ihre Offensivkraft auf 
lange Zeit lähmenden Schlag zu versetzen. Der ö.-u. Generalstabschef hielt 
für diesen Fall, wie er am 14. Mai an General von Falkenhayn schrieb, 
sogar „die energische gemeinsame Fortführung des Krieges gegen Ru߬ 
land für geboten, mit dem Mindestziel der Wiedergewinnung des Gebietes
	        

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