Volltext: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Die Front des Oberbefehlshabers Ost bis zum 2. Juli. 
aber sollte die Armee „durch weitausholende Umfassung des feindlichen 
rechten Flügels die vor ihr befindlichen Kräfte unter Sicherung gegen Riga 
schlagen" und weiterhin die aus der Linie Ianow—Mitau ostwärts füh¬ 
renden Eisenbahnen bis einschließlich der Strecke Wilna—Dünaburg— 
Riga zerstören. Ob hierzu nur durch Infanterie zu verstärkende Kavallerie- 
Divisionen oder die gesamte Armee eingesetzt werden müsse, werde von der 
Kriegslage abhängen; doch sei „die letztere Möglichkeit ins Auge zu saffen 
und ein Vormarsch der Armee nördlich von Kowno vorbei vorzubereiten". 
Am 16. Juni wurde es allerdings schon wieder zweifelhaft, ob die beiden 
zugesagten Divisionen nicht doch noch von der Ober st e n Heeres¬ 
leitung für andere Zwecke beansprucht würden1). 
Vei der 10. Armee gingen die deutschen Angriffe inzwischen weiter 
und dehnten sich immer mehr nach Süden aus. Am 15. Juni brachte ein 
von Generalleutnant Clstermann von Elster geleitetes Unternehmen der 
76. Reserve-Division bei Kalwarja 2000 Gefangene. Der gestellten Auf¬ 
gabe entsprechend setzte sich General Litzmann in beweglicher Kriegführung 
immer wieder neue Angriffsziele. Die Kraft der Truppe aber begann zu 
erlahmen. Der Versuch, südlich von Kalwarja durchzubrechen, um die 
Stellung der Russen nach Süden aufzurollen, führte am 18. Juni nur noch 
zu geringem Geländegewinn, aber zu schweren Verlusten. 
Am 20. Juni meldete der Oberbefehlshaber Ost über die 
Gesamtlage an die Oberste Heeresleitung: Der Gasangriff der 9. Ar m e e, 
von dem das Freiwerden einer weiteren Division abhing, habe wegen 
ungünstigen Windes aufgeschoben werden müssen2). Die der Armee- 
Gruppe G a l l w i h") zur Fesselung des Gegners aufgetragenen Unter¬ 
nehmungen blieben im Gange, die 8. Armee1) sei nach ihrer Zusammen¬ 
setzung zum Angriff künftig nicht mehr befähigt. „10. Armeeist auf starke 
feindliche Stellungen gestoßen; sie wird jedoch das gewonnene Gelände be¬ 
haupten können. Rjemen-Armeehat starken Feind vor sich." Weitere 
russische Kräfteverschiebungen gegen diese Armee seien zu erwarten, könnten 
aber nicht verhindert werden. Unter diesen Verhältnissen erbat der Ober¬ 
befehlshaber Ost nochmals das Versügungsrecht über die 3. und 41. Infan¬ 
terie-Division, deren allmähliche Ablösung im bisherigen Abschnitt heute 
beginne, und fügte hinzu: „Ich würde damit in der Lage sein, das Land 
auch nördlich des Rjemen zu halten, im günstigsten Falle hier einen Schlag 
zu führen; andernfalls würde ich voraussichtlich gezwungen sein. Gelände- 
gewinn nördlich des Rjemen auszugeben." Nunmehr gab General von Fal- 
0 S. 244. — -) 6.123 und 136 ff. — --) 6.137f. — 0 6.104.
	        
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