Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Abwehrkämpfe bei Schänken. 
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von See her wegen der Zurücknahme eines Teiles seiner Schiffe nach Westen 
künftig nicht mehr gewährleistet sei. 
Am 10. Mai näherten sich die Russen der Dubisia und griffen bei io.Mat. 
Schauten an. In dieser Lage verlangte die Ober st e Heeres¬ 
leitung nun doch die Bereitstellung der vom Oberbefehlshaber 
O st angebotenen beiden Divisionen. Diesem aber schien es geboten, 
wenigstens den bei Schauten jetzt gerade begonnenen Kampf vorher zu 
Ende zu führen; dann räumte man als Sieger, nicht als Weichender das 
Feld. Die Oberste Heeresleitung stimmte zu. 
Die Armee-Gruppe Laue n st ein hatte am Morgen des 
10. Mai wie folgt zur Abwehr bereitgestanden: In fast 50 Kilometer Breite 
bildete die 36. Reserve-Division nebst der Abteilung Csebeck den Südflügel. 
Die Dubissa gab diesem nur äußerst dünn besetzten Abschnitt einen gewissen 
Halt, wenn das Wasser auch an zahlreichen Stellen durchfurtet werden 
konnte. Das Kavalleriekorps Richthofen war im Zurückgehen auf die Flu߬ 
linie, um die Lücke zum „Korps Morgen" zu schließen, das die Abwehr an 
der großen Straße bei Schauten leisten sollte. Rechts an Sumpf und Seen 
angelehnt, hielt seine 78. Reserve-Division die Höhen, die die Stadt um¬ 
geben, während die 6. Reserve-Division im Anmarsch zum linken Flügel 
des Korps noch weiter ab war. In der Gegend von Murawjewo, 60 Kilo¬ 
meter nordwestlich von Schauten, war die 6. Kavallerie-Division hinter die 
Windau zurückgegangen, östlich von Libau stand die 3. Kavallerie-Brigade. 
Zwei weitere Kavallerie-Brigaden^) waren aus der Gegend von Memel 
im Anmarsch auf Telsche; ihnen folgte die 1. Reserve-Division. 
Bei Schauten drang der russische Angriff im Laufe des Tages bis tief l«.visi4.Mak. 
in die Nordflanke der 78. Reserve-Division. General von Morgen sah sich 
gezwungen, die Stadt unter ernsten Verlusten dem Gegner zu überlasten"). 
Am 11. Mai griff die deutsche 6. Reserve-Division ein und machte 1400 Ge¬ 
fangene. Trotz dieses Erfolges gelang es aber auch nach Eintreffen der 
1. Reserve- und 6. Kavallerie-Division nicht, den russischen Widerstand zu 
brechen und wieder auf Schauten vorzudringen. Der Feind wurde auf 
3y2 Infanterie-Divisionen und eine Kavallerie-Division veranschlagt, eine 
weitere Division war angeblich bei Ianischki im Eintreffen. So entschloß 
sich General von Morgen, den linken Flügel nunmehr zur Abwehr an die 
Windau zurückzunehmen, und ließ dazu die 1. Reserve-Division auf Kur- 
schany ausweichen. 
0 18. und 38. K. 23r. — 2) Die Russen machten mehrere hundert Gefangene und 
erbeuteten fünf Geschütze.
	        

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