Anordnungen der Angriffsverbände.
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mit den östlich der Viala eingesetzten Teilen in engster Fühlung mit dem
preußischen Gardekorps zum Angriff zu schreiten und auch vom linken Äser
des Flusses her auf die Höhen im Raume Tuchow—Tarnow vorzustoßen.
Die deutsche 47. Reserve-Division sollte derart angesetzt werden, daß den
am westlichen Dunajec-Afer stehenden Teilen des Feindes der Rückzug
nach Osten abgeschnitten würde. Die Gruppe Stoeger-Steiner hatte bereits
in der Nacht vor dem Angriff den Dunajec zu überschreiten, um feindliche
Kräfte abzuziehen oder die dort stehenden wenigstens festzuhalten.
Die Gruppierung der Armeereserven sollte vor allem dem Schutz
der Flanken der 11. Armee dienen. Das deutsche X’. Armeekorps hatte
daher bis zum 2. Mai abends mit der 20. Infanterie-Division den Raum
Grybow—Reu-Sandec, mit der 19. Infanterie-Division den Raum Podole
—Tropie zu erreichen. Die ungarische 11. Kavallerie-Division wurde zum
Vorgehen zwischen 11. und 4. Armee bereitgestellt. Die österreichisch¬
ungarische 4. Armee hatte, um ihrem rechten Flügel „den erforderlichen
Nachdruck verleihen und nötigenfalls ihn rechts verlängern zu können", ihre
Armeereserve, die ungarische Brigade Szende, bei Zakliczyn zurückzuhalten.
Es standen somit an der Naht der 11. und 4. Armee genügend Kräfte beider
Armeen zum Einsatz bereit, falls bei dem weiteren Vorgehen mit dem
Schwerpunkt auf dem Südflügel der 11. Armee ein Kräftemangel am Nord¬
flügel eintreten sollte.
Der Führer der österreichisch-ungarischen 3. Armee,
General der Infanterie v. Boroevic, entschloß sich, sein am linken Flügel
eingesetztes X. Korps im wesentlichen zur Gewinnung des Massivs der
Ostra Gora zu verwenden. Als erstes Ziel des Angriffs wurde nach Ver¬
einbarung mit dem deutschen Nachbar der Rücken von Malastow in Aus¬
sicht genommen.
Hand in Hand mit dem Einsatz der Truppen in ihren Angriffs¬
abschnitten gingen die sonstigen Vorbereitungen, namentlich die Munitio-
nierung der Angriffsartillerie, weiter. Die ausreichende Munitionsaus¬
rüstung, sowohl in den Stellungen für den Angriff selbst, als auch zur
Schaffung einer beweglichen Munitionsreserve für schnelle Weitersührung
des Angriffs nach gelungenem Einbruch, war eine der wichtigsten Vor¬
bedingungen für das Gelingen dieser ersten Durchbruchsschlacht großen
Stiles. Trotz aller Reibungen, die sich namentlich durch Geländeschwierig¬
keiten ergaben, gelang es dennoch, unter der Gunst andauernd trockenen
Wetters, der Tatkraft der artilleristischen Befehlsstellen sowie der Disziplin
und Leistungsfähigkeit der Artillerie- und Rachschubsormationen auch diese
schwierige Aufgabe noch rechtzeitig zu meistern. Die Ctappeneinrichtungen
der 11. Armee konnten hierbei noch nicht voll in Anspruch genommen wer-