Die 6. und 7. Armee am 4. September.
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nach verlustreichem Ringen diese Höhen und das Dorf La Vourgonce in
deutscher Hand. Sauceray wurde von den Sachsen gestürmt.
Der befohlene Vormarsch gegen die Mortagne hatte noch nicht be-
gönnen werden können.
Die 26. Reserve-Division trat zu beiden Seiten des Taintrux-Tales
bald nach Mittag auf Rougiville an. In den steilen Waldbergen südlich
des Tales wurde der Gegner in erbitterten Nahkämpfen geworfen, das
Dorf genommen. Am Abend standen die Brigaden der Division endlich
auf gleicher Höhe in der Linie Rougiville—nordöstlich Anozel mit der
Front nach Südwesten. Rur dem äußersten rechten Flügel im Vois de la
Madeleine war es nicht geglückt, den hartnäckig sich wehrenden Gegner aus
seinen Stellungen zu vertreiben.
östlich der Meurthe vor dem Korps Cberhardt, dem die Armeereserve")
unterstellt worden war, schien der Franzose in den Waldungen zwischen
Mangoutte und le Chipal noch immer mit stärkeren Kräften zu stehen.
Weiter hinter der feindlichen Front, nördlich und westlich Gerardmer, war
von Fliegern etwa eine Brigade mit Artillerie ruhend beobachtet worden.
Es war zweifelhaft, ob der Feind hier neue Verstärkungen heranzog oder
ob er abtransportierte. Der für den nächsten Tag beabsichtigte Angriff
des Korps sollte Klarheit bringen.
In den Vogesen drückten die gegen den Grenzkamm vorgehenden Land-
wehrkolonnen den Feind bis in die Linie westlich Schnierlach—westlich
Münster zurück. Ein mit überlegenen Kräften geführter Gegenangriff der
Franzosen nordöstlich Sulzern zwang dazu, die Mitte bis zum Hohnack
wieder zurückzunehmen. Am 5. September sollte versucht werden, durch
vermehrten Druck über Diedolshausen sich den Übergang über den Kamm
zu öffnen.
Der Vorstoß der Hauptreserve Metz (33. Reserve-Division), die süd-
westlich der Festung bereitgestellt worden war^), unterblieb. Das Gou¬
vernement meldete der Obersten Heeresleitung am Abend: „Wegen Lage
bei südlicher Armee geht Hauptreserve erst am 5. September vor." Zur
Unterstützung dieses Unternehmens sollte auch auf dem östlichen Mosel-User
eine aus Truppen der Abschnittsbesatzung der Festung zusammengestellte
Abteilung3) unter Generalleutnant v. Hoffmeister") aus der Gegend
von Bouxieres (6 km nordöstlich Pont ä Mousson) nach Süden vor-
stoßen.
') S. 296. — -) S. 297.
3) Landwehr-Infanterie in der Stärke von etwa zwei Regimentern mit vier
schweren Batterien.
') Abschnittskommandeur auf der Südfront Metz.