Full text: Traunviertel mit Salzkammergut und Hausruckviertel (2 / 1938)

Fläche, die sehr beachtenswert ist. Besonders der Bezirk 
Schwanenstadt hatte eine sehr umfangreiche Kultur, die 
Ernte wurde besonders von Händlern und Bräuern aus 
Lambach in die übrigen Teile des Landes verkauft. 
Zusammenfassung. 
Aus den bisherigen Betrachtungen lassen sich fol¬ 
gende Ergebnisse ableiten: 
Das bäuerliche Biersieden. 
Die ältesten Nachrichten stammen aus dem Bierdienst 
der Bauern an die Stifte Mondsee von 1158—1198, Krems¬ 
münster von 1162, St. Florian von 1378, Lambach von 1414. 
Während dieser Bierdienst im ganzen 12. Jahrhundert ohne 
Geldablöse sich vollzog, werden von 1250—1300 an neben 
den Naturalsätzen bereits auch Geldbeträge als Ablöse ein¬ 
geführt. Die Abstattung des Bierdienstes in beiden Formen 
dauert noch bis 1378 (St. Florian, Urbar A) und bis 1445 
(Urbar E, St. Florian) an. Nach Achleuthner verschwindet 
um 1700 jede Erinnerung an einen Bier dienst in den Ur¬ 
baren überhaupt. Das alte Recht des Bauern auf das Bier¬ 
sieden wird von 1350 an immer ausschließlicher von den 
privilegierten Märkten und Städten und den weltlichen und 
geistlichen Herrschaften beansprucht und zuletzt aus¬ 
schließlich von diesen ausgeübt. Zahlreiche Edikte und 
Generalmandate seit 1454, 1561, 1568, 1589, im 17. und 
18. Jahrhundert schließen Bauern, Hauer, Müller und 
andere ausdrücklich vom Bierbrauen und Bau von Brau¬ 
häusern aus. Den letzten Schlußstein bildet das kaiserliche 
Edikt von 1794 betreffend Wolfsegg, durch welches den 
Bauern endgültig verboten wurde, aus eigener Frucht 
und für eigenen Bedarf Bier zu brauen. 
Dieser älteste Zustand, das Biersieden des Bauern, ist 
in unserem Gebiete besonders klar überliefert. Das Er¬ 
löschen dieses Rechtes verläuft gleichzeitig mit dem Ver¬ 
sinken aus dem freien Stande in den herrschaftlicher Ab¬ 
hängigkeit. 
Die ältesten Hopfennaehrichten. 
Das Urbar A von 1287 aus Wilhermg weist 40 Höfe am 
linken Donauufer mit Hopfendienst an das Kloster nach, 
das Urbar A und B von 1299 des Klosters Kremsmünster 
meldet als Einkünfte im heutigen Lande Kärnten einen 
Hopfendienst der dortigen Bauern. Schließlich nennt das 
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