Volltext: Die Ereignisse von August bis zur Jahreswende ; 5 : Das Kriegsjahr 1916 ; 2 ; [Textbd.] ; (5 : Das Kriegsjahr 1916 ; 2 ; [Textbd.] ;)

144 
Das Ringen im Osten von Ende Juli bis Ende August 
dem Korps Szurmay. Die 10. KD. wurde der Kavalleriegruppe Leonhardi 
als linker Flügel angegliedert, den rechten übernahm die 2. GKBrigade. 
Einige Kompagnien der 108. ID. festigten die von den Reitern gehaltene 
Linie. GLt. Beckmann meldete, daß seit Mittag in seinem Abschnitte 
völlige Ruhe herrsche. 
Im Auftrage des Befehlshabers der Heeresgruppe machte deren 
Stabschef, Obst. Hell, die k. u. k. Heeresleitung auf die große Schwäche 
des Korps Szurmay aufmerksam; er regte an, die 11. ID. auf einen 
andern Kriegsschauplate zu verlegen und durch zuverlässigere Truppen 
zu ersetzen. Denn die größtenteils aus Ruthenen ergänzten Regimenter 
seien „gänzlich unzuverläßlich", die Division sei „als geschlossenes Ganze 
für die Heeresgruppe ohne jeden Wert". GO. Conrad konnte aber aus 
Mangel an verfügbaren Kräften — das nach Wolhynien bestimmte 
XV. türkische Korps stand noch in Belgrad (S. 137) — der Heeresgruppe 
augenblicklich nur die abgekämpfte 61. ID., die hinter der Armeegruppe 
Marwitz im Raum um Beiz in Auffüllung begriffen war, zur Ablösung 
der 11. ID. antragen. Doch wegen der geringen Schlagfertigkeit, die 
die 61. ID. nach dem Bericht ihres neuen Führers, GM. v. Grallert, bis¬ 
her erreicht hatte, verzichtete GO. Linsingen auf den Einsatz eines 
solchen Kampf Verbandes. Die Heeresleitung zog hierauf die 61. ID. 
anfangs August nach Siebenbürgen ab. 
Mit der Abweisung des Russenansturmes durch das Korps Csanády 
war der Durchbruchsversuch Kaledins am 30. Juli gescheitert. Die 
Schlacht erlosch und ging in den nächsten Tagen in die üblichen Artil¬ 
lerieduelle des Stellungskrieges über. Wo die Gegner einander beson¬ 
ders nahe standen, wie in den waldbedeckten Teilen beim X.Korps oder 
im Bereiche der Gruppe Beckmann bei Pustomyty1), kam es mitunter 
zu Handgranatenkämpfen. Das 4. Armeekmdo. schritt sofort daran, 
durch Ausbau der Wehranlagen und Ausscheiden von Reserven die 
Widerstandsfähigkeit der Front zu erhöhen. Gdl. Litzmann erhielt von 
Linsingen am 31. das deutsche Bataillon III/46 zugeschoben, das hinter 
die 11. ID. gestellt wurde. Der Armeeführer ließ bis zum 2. August wieder 
das ganze RIR. 217 als Eingreiftruppe freimachen. Durch die eingereih¬ 
ten Ersätze erreichten das X. Korps rund 8000 und das Korps Szurmay 
7000 Feuergewehre; das HIR. 312 der 70. HID. wurde aufgelöst. Im 
Ganzen genommen hatte die 4. Armee, trotz des empfindlichen Rück¬ 
schlages, ihre Abwehraufgabe in der Schlacht bei Kowel doch auch erfüllt. 
!) W u 1 f f e n, 1. Oberrheinisches Infanterie-Regiment Nr. 97 (Oldenburg-Berlin 
1923), 62 f.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.