Full text: Das k. u. k. 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger im Weltkriege 1914 - 1918

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Als im Jahre 1882 ein Aufstand in Süddalmatien «ausbrach, wurde das 
1. und 10. Feldbataillon dorthin verlegt. Die Bataillone zeichneten sich in den 
Gefechten bei L e d n i c a, Dragaly, Mali P i st e t und bei Pitomna 
R u p a besonders aus. 
Es folgte nun eine Reihe von Friedensjahren. 
Aus dem 16 Feldbataillone starken Regiment wurden am 24. April 1895 
vier Regimenter formiert, die die Bezeichnung „K. u. k. 1., 2., 3. und 4. Regi- 
rncnt der Tiroler Kaiserjäger" erhielten. Die Nsusormieruug wurde 
nebst der Weihe der jedem Regiments gestifteten Fahne feierlich begangen. Der 
Inhaber aller vier Regimenter war Kaiser Franz Josef I. 
Als im Jahre 1914 der Weltkrieg begann, hatten die Kaiserjäger bereits 
chic fast 199jährige ruhmvolle Vergangenheit hinter sich, der sie sich auch in 
dem bisher noch nie dagewesenen, vierjährigen heißen Ringen der Jahre 1914—18 
würdig erwiesen. 
Die Teilnahme des 3. Regiments der Tiroler Kaiserjäger an diesem größten 
aller Kriege soll in den folgenden Abschnitten geschildert werden. 
Die RegimentskommandaiMn vom Jahre 1895 bis zum Ausbruch des 
Weltkrieges waren: 
1895—1898 Oberst Giovanelli v. Ghersbnrg Heinrich Graf, 
1898—1899 „ Mauussi Karl Edler von, 
1899—1903 „ Erzherzog Ferdinand Karl, 
1903—1998 „ Reinsperg Hugo Freiherr von, 
1908—1911 „ Verdroß Jgnaz, 
1911—1913 „ Fleischmann Jgnaz, 
1913—1915 „ Vonbank Heinrich. 
B) Allgemeines über die Ursachen des Weltkrieges. 
Am 28. Juni 1914 wurde der Thronfolger der ö.-u. Mouarchie Erzherzog 
Franz F e r d i n a n d mit seiner Gemahlin .in Sarajewo von serbischen 
Fanatikern ermordet. Diese ruchlose Bluttat bildete den Anstoß zu dem von den 
Feinden Deutschlands und Osterreich-Ungarns längst vorbereiteten Kriege, dem 
größten Völkerringen, das je über die Welt hereinbrach. 
^ Serbien hatte sich schon seit Jahren die Losreißung der südslavischen Gebiete 
der ö.-u. Monarchie und deren Einverleibung in das Königreich zum Ziele 
gesetzt. In diesen Bestrebungen fand es nicht nur Deckung, sondern auch 
Unterstützung in Rußland, das nach dem unglücklichen Ausgang des russisch- 
japanischen Krieges im Osten vom Meere abgeschnitten war und nunmehr 
über die Dardanellen und über Serbien mit den südslavischen Teilen 
Osterreich-Ungarns den Weg zum Weltmeere suchte. Serbien arbeitete schon 
längere Zeit mit allen Mitteln daran, Unruhe und Unsicherheit in der Donau- 
Monarchie zu verbreiten. Die großserbische Agitation in den von Südslaven 
durchsetzten Gebieten Österreich-Ungarns, serners Verleumdungen und Ver- 
hetzungen der serbischen Presse waren die hauptsächlichsten Mittel, deren sich 
Serbien, von Rußland tatkräftigst unterstützt, bediente. Dazu kam die skrupel- 
lose Arbeit der geheimen serbischen Offiziersorganisationen, deren verbrecherisches 
Treiben in der Ermordung des Thronfolgerpaares seinen Höhepunkt erreichte. 
Die Monarchie trat diesen gegen ihren Bestand gerichteten Bestrebungen 
mit einer fast an Schwäche grenzenden Geduld und Langmut entgegen. Als 
aber der Mord am Thronfolger die Würde und das Ansehen der Großmacht 
Österreich-Ungarn in höchstem Maße verletzte, war es begreiflich, daß dieser 
Bluttat ein scharfgehaltenes Ultimatum folgte, dessen Annahme allerdings für 
Das 3. Regiment 1914—18. 2
	        
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