Full text: Das Kriegsjahr 1918 ; 7. Das Kriegsjahr 1918 ; [Textbd.] ; (7. Das Kriegsjahr 1918 ; [Textbd.] ;)

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Dem Niedergang entgegen 
zur Zurücknahme der in Albanien stehenden öst.-ung. Streitkräfte ent¬ 
schlossen. Der Rückzug sollte denn auch binnen kürzester Frist angetre¬ 
ten werden. 
Aufbau einer neuen Front auf dem Balkan 
Hiezu Beilagen 2 4 und 2 9 
Die ersten Maßnahmen nach Abschluß des bulgari¬ 
schen Sonderfriedens 
Durch den von Bulgarien in der Nacht auf den 30. September ge¬ 
schlossenen Sonderfrieden sahen sich sowohl das k.u.k. AOK. als auch das 
Heeresgruppenkommando Scholtz im mazedonischen Kampfraum in die 
schwierigste Liage versetzt. Die bulgarischen Verbände der deutschen 11. Ar¬ 
mee und ¡der bulgarischen 1. Armee lösten sich auf und strömten, soweit 
sie nicht in Gefangenschaft abgeführt wurden, regellos der Heimat zu. Die 
wenigen deutschen Abteilungen, meist auf die ganze bulgarische Front 
verteilte Sondertruppen, waren durch die seit ¡dem 15. September un¬ 
unterbrochenen Kämpfe an den Brennpunkten der Durchbruchsschlacht 
und durch die Gewaltmärsche ¡an Mann und Gerät hart mitgenommen. 
Sie mußten aus ihren bisherigen Verbänden losgelöst und wieder kampf¬ 
fähig gestellt werden; ¡aus ihnen wurde in weiterer Folge die 6. RD. neu 
gebildet1). 
Die Formationen des westlichen Armeeflügels unter dem General¬ 
kommando 622) — der Hauptsache nach Stäbe, Maschine,ngewehrabteilun- 
gen, Batterien, Niachirichtenjabteiiliungen, Trains — gingen unter ständigen 
Nachhutkämpfen über Kalkandelen auf Kacanik zurück. Die Truppen 
des östlichen Armaeflügels unter dem Generalkommando 61 — zwei 
Jägerbataiillone, Landwehr-, Landsturm- und Etappentruppen mit Son- 
derformationen— hatten im Rückzüge von Skoplje Kumanovo erreicht. 
Die deutschen Truppen der übrigen bulgarischen Armeen waren ange¬ 
wiesen, über Sofia den Anschluß an die deutsche 11. Armee zu suchen. 
Da, mit Ausnahme der k.u.k. 9. ID., die für Mazedonien in Aussicht ge¬ 
nommenen Verstärkungen sich1 mit ihren Spitzen erst der Linie Nis—Sofia 
näherten, standen anfänglich nur ganz wenige Bataillone und Batterien 
zur Verfügung, um die zwischen der albanischen und der bulgarischen 
3 ) D i e t e r i c h, 170. 
2) Ebenda, 148.
	        

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