Allgemeine Vorrückung am 5. November
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in seinem Ursprünge nicht mehr feststellbaren Befehlesx) durch das
Azzinotal im Vorrücken gegen S. Francesco. Sie stieß bei Pielungo auf
die Hauptkraft der italienischen Divisionen 36 und 63 und verwehrte
ihnen, sich nach Südwesten durchzuschlagen. Diese feindliche Kolonne
bog nun nach Westen in das Becken von Tramonti ab, wohin auch eine
Nebenkolonne von S.Francesco über S.Vincenzo strebte2).
Das Vorrücken der 55. ID., die das Herankommen ihrer Artillerie
abwartete, erlitt durch den Einsturz der Behelfsbrücke bei Cornino eine
Verzögerung. Immerhin vermochte ihre Vorhut gemeinsam mit jener
der 50. ID. bei Colle die Meduna zu überschreiten. Zwei andere
Bataillone der 55. ID., die von Meduno aus gegen Barcis gewiesen
waren, schlugen die Südgruppe der italienischen 26. ID. bei Navarons
und Poffabro zurück. Ein Bataillon rückte längs des Höhenrandes nach
Montereale. Die 50. ID. und die 22. SchD. erreichten die ihnen vor¬
gezeichneten Ziele.
Bei der Gruppe Stein marschierte die deutsche 12. ID. in zwei Ko¬
lonnen über Tesis und Vivaro, den mittlerweile abgeflossenen Torrente
Cellina durchschreitend, nach S. Leonardo und S. Foca. Hier stieß sie
dem von Montereale nach Süden abziehenden italienischen Kavallerie¬
korps in die Flanke und warf es gegen Westen zurück. Eine S ei ten-
abteilung der 12. ID. eilte am westlichen Tagliamentoufer nach Süden,
um der Gruppe Hofacker den Übergang bei Bonzicco zu erleichtern.
Doch hier war der Feind schon abgezogen, und Teile der 117. ID. ver¬
mochten noch am 5. auf der wiederhergestellten Brücke das Ufer zu
wechseln. Die hinteren Divisionen der Gruppe Stein (Alpenkorps,,
13. SchD.) und der Gruppe Hofacker (deutsche 26. ID.) sowie die fünf
Divisionen der Armeereserve blieben in ihren Quartieren.
Die Heeresgruppe Bor oe vie vermochte am 5. November nun auch
in breiter Front den Tagliamento zu überschreiten. Dem II. Korps der
2. Isonzoarmee, das raschestens Abteilungen nach Pordenone vortreiben
sollte, um der 14. Armee das Vorwärtskommen zu erleichtern, glückte es
aber nur, ein Bataillon der 28. ID. über einen beiTurrida erbauten Steg
auf das Westufer zu bringen. Von der Gruppe Kosak gelangten bei
Rivis einige Bataillone der 35. ID. über den Fluß, indes die 60. ID. ihre
beiden Brigaden bei Goricizza vereinigte. Das XXIV. Korps setzte seine
während der Nacht begonnene Durchfurtung (S.610f.) auch am Tage
fort. Nachmittags wurde die Eisenbahnbrücke für Infanterie benützbar.
1) Kr äfft, II, 175.
2) Cablati, Ottobre 1917, 314.