Full text: Das Kriegsjahr 1917 ; 6. Das Kriegsjahr 1917 ; [Textbd.] ; (6. Das Kriegsjahr 1917 ; [Textbd.] ;)

Die Offensive des neuerstarkten Rumänenheeres 
Der russisch-rumänische Operationsplan und die 
Maßnahmen der Mittelmächte 
H i e z u Skizzen 1 und 2 der Beilage 18 
Im Rahmen der von der Stawka für das Jahr 1917 entworfenen 
großzügigen Angriffspläne war auch der Rumänischen Front des Königs 
Ferdinand eine wichtige Rolle zugedacht; die allgemeine Frühjahrs¬ 
offensive im Osten sollte durch einen Angriff zur Rückeroberung der 
Dobrudscha eröffnet werden (S. 14). Nachdem aber das russische Reich 
Mitte März durch die Revolution schwer erschüttert worden war, 
schränkte Gen. Sacharow, der Stabschef der Rumänischen Front, die 
Angriffsziele ein und bezeichnete am 21. März als Hauptzweck der 
nächsten Kriegshandlungen, den Gegner durch Teilvorstöße jeder Ar¬ 
mee zu binden und am Abziehen von Kräften zu hindern. Als Träger 
des Angriffes waren die drei russischen Armeen ausersehen, wogegen 
die 2. Rumänenarmee nur eine unterstützende Aufgabe übernehmen 
sollte. Der Kommandant dieser Armee, der Gen. Averescu, wandte sich 
hierauf an seinen König und legte dar, daß die seinen Streitkräften 
zugemessene, nebensächliche Rolle der Leistungsfähigkeit der Truppen 
nicht entspreche. Mit Rücksicht darauf, daß die rumänische 2. Armee 
nach beendetem Heeresaufbau ebenso wie die russischen Nachbararmeen 
dem Gegner unbedingt weit überlegen sein werden, bat der General, ihm 
jetzt, wo es sich um die Befreiung des Heimatbodens handle, die Mög¬ 
lichkeit zu einer kraftvollen Angriffshandlung zu gewähren *). 
Der kriegerische Geist der russischen Divisionen an der Rumäni¬ 
schen Front war aber ebenso rasch gesunken, wie an .allen anderen 
Fronten; die Frühjahrsoffensive war deshalb unterblieben. Als Mitte 
Mai die Oberbefehlshaber in Mohilew Kriegsrat hielten (S. 219), tauchte 
nochmals der Plan auf, unten im Süden, die Donau entlang, den Wall 
der Mittelmächte zu sprengen und die Dobrudscha zurückzuerobern. 
Das rumänische Hauptquartier versprach sich jedoch von dem Unter¬ 
nehmen wenig Erfolg, und der Generalstabschef Presan setzte bei 
der Stawka seinen Vorschlag durch, die deutsche 9. Armee bei Nämo- 
loasa zu durchbrechen, um möglichst viel Gebiet der Walachei zurück¬ 
zugewinnen2). In diesem Sinne gab Gen. Sehtscherbatschew, der den 
-1) D a b i j a, IV, 31 ff. 
2) Kiritzesco, 290.
	        
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