Full text: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

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Der Karpathenwinter 1914/15 
wurde die 24. ID. am erstgenannten Tage neuerdings von den Russen 
angefallen und zurückgeworfen. Krautwald war hiedurch gezwungen, 
den gegen Lisko schwer erkämpften Raum wieder preiszugeben und 
seine Gruppe in die Linie Baligród—Höhe Pasika (westlich von Komañcza) 
zurückzunehmen; er plante, am 28. vonderPasika aus mit starkem linken 
Flügel zum Gegenangriffe zu schreiten. Die nördlich von Baligród hal¬ 
tende 8. KD., gegen die feindliche Kräfte vorrückten, mußte durch einige 
Bataillone des XVIII. Korps verstärkt werden. Alle diese Vorgänge ver¬ 
zögerten die für den 27. vorgesehene Vorrückung Tschurtschenthalers 
und Krautwalds gegen Lisko—Sanok. 
Die Ereignisse in Przemysl und bei der Armeegruppe Pflanzer-B altin 
bis zum Jahresschlüsse 
H i e z u B e i 1 a g e 3 s o w i e S k i z z e n 1 u n d 2 
Ein wesentlicher Grund, warum Gdl. Kusmanek den Áusfallskampf 
am 18.Dezember abbrach (S. 42), bestand darin, daß die russische 82.RD. 
auf der entgegengesetzten Seite des festen Platzes die Vorfeldstellung Na 
Gor ach—Batycze angriff und einige Vorteile errang. Der Feind wollte 
hiedurch offenbar seine Südfront entlasten, vielleicht auch den Vorüber¬ 
marsch von Kräften verschleiern, die den San nördlich von Przemysl über¬ 
schritten und später gegen die Ostflanke des VII. Korps gewirkt haben 
mochten1). Teile der Festungsbesatzung mühten sich in verlustreichem 
Ringen vom 20. bis 22. ohne Erfolg ab, das verlorene Geländestück der 
Vorfeldstellung wieder zu erobern. Am 26. befahl das AOK. durch Funk¬ 
spruch2) dem Gdl. Kusmanek, die Vorrückung des Ostflügels der 3. Armee 
am kommenden Tage durch einen Ausfall gegen Südwesten zu unter¬ 
stützen. Nun verzögerte sich aber das Unternehmen Tschurtschenthalers 
und Krautwalds um vierundzwanzig Stunden, wovon das Festungskmdo. 
jedoch nicht verständigt wurde, weil man es in Bartfeld für zweck¬ 
mäßig hielt, daß der Ablenkungsstoß aus dem festen Platz heraus dem 
Angriffe des Ostflügels zeitlich voranging. Çusmanek setzte somit am 
x) Vom 17. an beobachtete man aus der Festung die Märsche starker feindlicher 
Truppenkörper von Mosciska gegen Radymno. Ob dies die von Iwanow erwarteten 
Verstärkungen (62. und 64. RD. der 7. Armee), die vereinigten Ersatzmannschaften der 
3. und 8. Armee oder sibirische Truppenteile waren, läßt sich nicht feststellen. 
2) Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß den Russen dieser Funkerverkehr kein 
Geheimnis geblieben ist und sie alle Depeschen zu entziffern gewußt hatten. Mjr. 
Stuckheil berichtet, daß Gen. Iwanow dem im März 1915 über Cholm in Kriegsgefangen¬ 
schaft abgehenden Festungskommandanten versichert habe, er sei über alle Vorgänge 
im festen Platze stets genau unterrichtet gewesen.
	        
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