Erfolge des VI. Korps bei Wiszenka
485
ten Geländes mit seinen wenigen, schlechten Wegen und den von den
Russen zerstörten Brücken zwar mühsames, aber sonst durch feindlichen
Widerstand kaum ernstlich gehemmtes Vorwärtskommen. Gegen lh nachm.
jedoch begann sich auch da und dort der Russe bemerkbar zu machen.
Schon fielen Granaten in die Spitzen der vorwärts strebenden Marsch¬
säulen. Bald konnte kein Zweifel mehr bestehen : man war auf eine Haupt¬
widerstandslinie des Feindes gestoßen, der gegenüber ein handstreich¬
mäßiges Vorgehen kaum mehr Erfolg verhieß.
Im einzelnen hatte sich das XXXXI. RKorps in seinem besonders
wegarmen Abschnitte langsam vorwärtsgearbeitet. Nachdem es südlich
von Wiszenka feindliche Vorstellungen genommen hatte, stand es am
Abend an der obersten Wereszyca auf 2 bis 3 km vor der russischen
Hauptstellung. Weiter nördlich hatten die Vortruppen des Korps Arz bald
nach Mittag schwächere Abteilungen westlich von Wiszenka zurückge¬
worfen und gleich darauf in raschem Zugreifen den Westteil dieses lang¬
gestreckten Ortes und die nördlich von ihm aufsteigende Höhe Czarny
Horb dem Feinde entrissen. Als sie aber diese Linie überschritten, sahen
sie vor sich auf den Höhen von Horodysko starke Stellungen, an denen
eifrigst geschanzt wurde. Die 39. HID. gewann noch den Ostrand von
Wiszenka, auch der linke Flügel der 12. ID. kam noch etwas vor. Damit
war aber der Verfolgung für diesen Tag ein Ziel gesetzt.
Um dieselbe Zeit wie das Korps Arz stieß auch die Garde bei Szczer-
zec1) und südlich davon auf den Feind. Dieser wurde rasch geworfen; auf
den Höhen östlich des Ortes erhoben sich jedoch wieder starke Stellungen.
Ähnlich erging es dem XXII. RKorps und dem X. Korps. Sie hielten
bei Einbruch der Nacht in der Linie nördlich Szczerzec—Smolin—Hory-
niec. Beim Vordringen in diesen Raum hatte das X. Korps durch den
Einsatz der ll.HKD. an ihrem rechtem Flügel zwar eine Verstärkung
erhalten, dafür aber seine Front durch Staffelung des linken Flügels
gegen das komb. Korps Stein hin noch weiter strecken müssen. Dieses
Korps war, mit der 8.bayr. RD. über Dachnów, mit der 56. ID. westlich
davon nach Nordosten vorgehend, südlich und südöstlich von Cieszanów
auf einen eingegrabenen Feind gestoßen, den es am selben Tage nicht
mehr zu werfen vermochte. Blieb das Korps Stein hier mit dem k. u. k.
XVII. Korps (11. ID.) wie bisher in enger Fühlung, so konnte auf der
anderen Seite die zum deutschen X. Korps zwischen Dachnów und Hory-
niec klaffende Lücke nur schwach verschleiert werden. Abends mußte
das X.Korps bei Smolin und nördlich vonHoryniec angehalten werden.
*•) Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Orte südwestlich von Lemberg.