Full text: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

Die allgemeine Lage nach der Einnahme von Przemysl 
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schaft mit Abteilungen des SchR. 5 gelang, die Höhe A 474 südlich von 
Sadzawka zurückzuerobern. Diese Kämpfe sollten aber für die 7. Armee 
nur den Auftakt weiterer schwerer Tage bilden. 
Der Vorstoß nach Ostgalizien 
(5. bis 22. Juni) 
Hiezu Beilagen 22 und 24 
Entschluß der Verbündeten zur Offensive gegen 
Lemberg 
In den Beratungen, die unmittelbar vor dem Eintritt Italiens in 
den Krieg zu Teschen und Pleß stattgefunden hatten, waren Conrad 
und Falkenhayn übereingekommen, den Feldzug gegen Rußland jeden¬ 
falls bis an den San und an den Dniester fortzuführen (S. 405) ; erst nach 
Gewinnung dieser Flußlinien sollte die Abgabe stärkerer Streitkräfte an 
den italienischen Kriegsschauplatz in Frage kommen. Als am 3. Juni 
Przemysl gefallen war, hatte die Armee Mackensen den San schon im 
Rücken, wogegen der linke Flügel der k. u. k. 4. Armee noch weiter 
nördlich abgeblieben und die Mitte eben in den letzten Tagen gegen 
Westen und Südwesten zurückgedrückt worden war. Im Dniestergebiet 
war die Südarmee mit ihrem linken Flügel und ihrer Mitte wohl an den 
Fluß herangekommen. Aber der rechte Flügel Linsingens hing noch 
beträchtlich zurück und die k. u. k. 7. Armee stand am Pruth mit ihren 
85.000 Feuergewehren eben wieder unter dem erheblich stärkeren Druck 
der 130.000 Gewehre, über die Letschitzki verfügte. Nördlich der oberen 
Weichsel hielten die Russen im weiteren Vorgelände von Iwangorod und 
Warschau in einer für die mittelgalizischen Armeen noch immer nicht 
ganz unbedenklichen Flankenstellung. 
Die beiden Generalstabschefs hatten sich selbstverständlich schon mit 
den aus dieser Lage erwachsenden Möglichkeiten befaßt, ehe sie durch 
den Fall von Przemysl völlig ausgereift war. Falkenhayn hat die Ge¬ 
dankengänge, die ihn in diesen Tagen erfüllten, nach dem Kriege auf¬ 
gezeichnet1). Für den Entschluß, im Osten den Angriff einzustellen und 
sich einem anderen Feinde zuzuwenden, schienen ihm die Vorbedingun¬ 
gen bei seiner geringen Meinung über die Widerstandsfähigkeit der 
Donaumonarchie und ihres Heeres noch keineswegs gegeben zu sein. 
!) Falkenhayn, 84 ff. ; Foerster, Graf Schlieff en und der Weltkrieg 
(2. Aufl., Berlin 1925), 155f.; Kühl, I, 221ff.
	        

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