Full text: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

Der Angriff auf Pralkowce 
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hynien hinein. Dabei wechselten die Nachrichten über die Absicht der 
Russen, die Sanfeste zu behaupten oder preiszugeben, wie die tatsäch¬ 
lichen, einander jagenden Entschlüsse der russischen Generale. Mit umso 
größerer Ungeduld sahen die obersten Führer der Verbündeten dem 
schon angeordneten, aber längere Vorbereitungen heischenden Angriff 
auf die Festung entgegen. 
Als am 26. abermals Nachrichten über die knapp bevorstehende Preis¬ 
gabe von Przemysl einlangten, erließ das 3. Armeekmdo. an das X. Korps- 
kmdo., dem nun auch die Gruppe FML. Anton Bellmondx) unterstellt 
wurde, den Auftrag, nach Vollendung des Artillerieaufmarsches das Werk 
Pralkowce und die Höhen zwischen diesem und dem Orte Grochowce 
anzugreifen. FML. Martiny nahm den 30. als Angriffstag in Aussicht. 
Diese Fristerstreckung wurde aber der Ungeduld der Heeresleitung zu¬ 
nächst nicht völlig gerecht, namentlich dann, als ihr am 28. die irrtüm¬ 
liche Nachricht zukam, die ll.bayr. ID. gehe die Werke an der Nord¬ 
front schon am 29. an. Am 28. abends langte bei den in Mittelgaliziejn 
bodenständigen Divisionen Martinys die auf den Vorschlag des Chefs 
des Generalstabs durch den Armeeoberkommandanten Erzherzog Fried¬ 
rich erlassene Aufmunterung ein : „Ich bin überzeugt, daß das X. Korps 
nicht zögern wird, seine Festung wie der zunehmen." 
In der Tat hatte GO. Mackensen an diesem Tage die ll.bayr. ID. 
angewiesen, nunmehr zum Angriff zwischen den Werken X und XI zu 
schreiten. Aber dieser Angriff sollte, artilleristisch gründlich vorbe¬ 
reitet, erst am 31. unternommen werden, was das k. u. k. X. Korpskmdo. 
gerade noch rechtzeitig erfuhr, um den auf Befehl des 3. Armeekmdos. 
schon für den 29. abends angeordneten Sturm wieder auf den nächsten 
Tag oder die diesem folgende Nacht verschieben zu können. 
Die Hauptkraft der 24. ID., GM. Schneider v. Manns-Au, wurde gegen 
Pralkowce, die 45. SchD., FML. Smekal, gegen Lipnik und die Höhen 
nordwestlich von Grochowce angesetzt (Beilage 9). Die artilleristische 
Vorbereitung forderte besondere Rücksicht auf die ziemlich knappen 
Munitionsvorräte, über welche die ohnehin nicht allzu zahlreiche Ar¬ 
tillerie2) verfügte. Schon schien die kaum merkbar verminderte Gegen¬ 
wirkung der russischen Artillerie zu der Meinung zu berechtigen, daß 
es erst am 31. bei Morgengrauen zum Infanterieangriff kommen werde. 
1) Diese Gruppe bestand aus den westlich vom Wiar stehenden Teilen der 11. ID. 
und aus der gleichfalls dort eingesetzten 1. LstlBrig. 
2) Beim X. Korps waren insgesamt eingeteilt : 80 Feldkanonen, 28 Feldhaubitzen,, 
27 schwere Haubitzen, 2 Gebirgskanonen, 8 30.5 cm-Mörser. 
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