Full text: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

Wechselnde Befehle Iwanows für die Behauptung von Przemysl 
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schon bisher diesem Wunsche am besten dadurch entgegenzukommen 
geglaubt, daß er von seiner Südfront Truppenteil auf Truppenteil dem 
Stoßkeil Mackensens entgegenwarf. Dieser Kraftzuwachs des rechten 
Flügels der 8. Armee belief sich bis Ende des Monats Mai sicherlich auf 
mindestens vier Divisionen. 
Aber auch Lesch wollte dem Schicksale von Przemysl nicht untätig 
gegenüberstehen. Nach dem Erfolge bei Sieniawa hatte er am 27. abends 
seiner Stoßgruppe den Auftrag erteilt, den Angriff fortzusetzen. Hiebei 
sollte ein „Teil des III. kauk. Korps" gegenüber von Sieniawa einen 
Übergang gewinnen, das XXIV. bei Radawa in die deutschen Linien ein¬ 
brechen und das XXIX. über Olchowa sowohl in den Rücken der geg¬ 
nerischen Lubaczówkafront wie auch in den der Stoßgruppe Mackensens 
vorbrechen. Allerdings wurde — besonders wertvoll für das k. u. k. 
IX. Korps — der Beginn dieses neuerlichen Angriffes erst auf den 30. 
früh angesetzt. 
Unterdessen hatten am 28. Mai Angriff Struppen Mackensens weitere 
Fortschritte erzielt. Die ll.bayr. ID. hatte an ihrem rechten Flügel die 
Front auf die Höhen südlich von Batycze vorgeschoben und mit ihrem 
linken Flügel die Höhen südlich und südöstlich von Drohojów gewonnen. 
Der 82. RD. war es in den frühen Morgenstunden endlich gelungen, dem 
Feinde Sosnica zu entreißen. Teile der Division verfolgten südwärts 
gegen Walawa, andere Teile wurden auf das östliche Sanufer gezogen, 
wo die 81. RD. bei stark zurückgebogener linker Flanke bis über Naklo 
vorstieß. Inzwischen hatte das durch Truppenzuschub verstärkte V. kauk. 
Korps aus dem Räume Krakowiec—Starzawa zu einem heftigen Gegen¬ 
stoß angesetzt. Er wurde von der 81. RD. westlich und nordwestlich von 
Starzawa abgeschlagen, drückte östlich von Chotyniec die Linien der 
k. u. k. 12. ID. etwas zurück und führte zwischen diesen Räumen, im Ab¬ 
schnitt Kalników, bei der 39. HID. zu einer nicht unbedenklichen Ge¬ 
fechtskrise, die jedoch gegen Abend unter Mitwirkung von Teilen der 
12. ID. überwunden werden konnte. Daß die Lage beim Korps Arz den¬ 
noch äußerst gespannt blieb, ergibt sich aus der niederen Streiterzahl. 
Der Stand der Feuergewehre war bei der 12. ID. auf 4600, bei der 
39. HID. gar auf 2600 herabgesunken. Sehnsüchtig hielt das Korpskmdo. 
nach Ersätzen Ausschau. 
Die Garde blieb durch den russischen Gegenstoß ziemlich unbe¬ 
rührt, ebenso das deutsche X. Korps, das allerdings in der vorangehen¬ 
den Nacht noch starke Angriffe abzuwehren gehabt hatte. 
Mit dem Erreichen der Gegend von Naklo hatte Mackensens Flan-
	        

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