Full text: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

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Von Gorlice bis Lemberg 
gnügen; die Garde sollte sich östlich und nördlich von Chotyniec und bei 
Korzenica festsetzen sowie gegen die Höhe A241 die Verbindung mit dem 
k.u.k. IX.Korps herstellen1). In den also vorgezeichneten Räumen hatten 
sich die Korps zu festem Widerstand einzurichten. Der Sicherheit halber 
sollte überdies zwischen Sosnica und Zapalów eine zweite Widerstands¬ 
linie eingerichtet werden. Als Armeereserve wurde an Stelle der 19. ID. 
die Masse der 119. aus der Front gezogen, der überdies die ll.HKD., 
ohne die bei der 11. bayr. ID. verbleibenden Fußabteilungen, in den Raum 
um Jaroslau zu folgen hatte. 
Der Angriff des Korps François stieß auch am 27. auf die besonders 
heftige Gegenwehr der Russen. Während die 82. RD. Sosnica noch immer 
nicht zu bezwingen vermochte, konnte die 81. erst in den Nachmittags¬ 
stunden aus dem Räume südlich von Nienowice zum Angriffe gegen 
Stubno und die benachbarten Orte vorbrechen, deren sie bei einbrechen¬ 
der Dunkelheit Herr wurde. Durch dieses Abbleiben des XXXXI. RKorps 
waren dessen linke Nachbarn, zumal die 39. HID., bei der um 9h früh 
angetretenen Vorrückung über Kalników unablässig starkem Flanken¬ 
feuer ausgesetzt. Dennoch drang die Honvéd knapp nach Mittag in 
Kalników ein, und im Laufe des Nachmittags setzte sich die 12. ID. in 
den Besitz der Höhen nördlich des ebengenannten Ortes. Gleicherweise 
erreichte die Garde — an ihrem Südflügel in enger Zusammenarbeit mit 
den Österreichern — die ihr vorgeschriebenen Räume. Allenthalben hatten 
die Russen das Vordringen der Verbündeten auch durch Gegenangriffe 
aufzuhalten gesucht. 
Wie vor zehn Tagen das XII. und das XXI. Korps, war nun auch 
das V. kauk. Korps dem Gen. Brussilow unterstellt worden, dessen Be¬ 
fehlsbereich damit alle für das Schicksal von Przemysl unmittelbar ent¬ 
scheidenden Abschnitte des mittelgalizischen Schlachtfeldes umfaßte. Für 
drei Nächte hintereinander — die Nacht auf den 26., den 27. und den 
28. — hatte Iwanow die ungesäumte Räumung der Feste verfügt, den 
Befehl jedoch immer wieder zurückgenommen. Zuletzt griff die Stawka 
mit der bestimmten Weisung ein, Przemysl dürfe erst geräumt werden, 
bis „alle Möglichkeiten der 8. Armee erschöpft" wären 2). Brussilow hatte 
1) Die Ziele für das VI. Korps und die Garde waren in den Befehlen vom 26. 
abends etwas weiter gegen Osten vorverlegt, wurden aber dann im Laufe des 27., wohl 
unter dem Eindrucke des russischen Gegenangriffes gegen die inneren Flügel der 
11. und der 4. Armee, näher gesteckt. 
2) Boncz-Bruj ewitsch, II, 170ff.; Nesnamow, 49ff.; Zajontsch- 
k o w s k i j, 302 ff. ; D a n i 1 o w, 484 ff.
	        

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