Volltext: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

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Vom Zwei- zum Dreifrontenkrieg 
Italien und den Ententemächten unterzeichnet. Darnach sollte der neue 
Bundesgenosse binnen Monatsfrist in den Kampf gegen die Mittelmächte 
eintreten, wofür ihm bei entsprechendem Kriegsausgange Südtirol bis 
zum Brenner, Triest, Görz und Gradisca, Istrien bis zum Quarnero mit 
Einschluß von Volosca, Nord- und Mitteldalmatien samt Trebinje und 
den wichtigeren Adriainseln, außerdem Valona und Saseno und ein ge¬ 
bührender Anteil an einer etwaigen kleinasiatischen oder nordafrikani¬ 
schen Kriegsbeute zugesichert wurden. Der Papst durfte keinen mit dem 
Krieg oder dem Friedensschluß zusammenhängenden Verhandlungen bei¬ 
gezogen werden. Italien sollte zu entsprechender Frist dem von den drei 
Ententegroßmächten am 4. September 1914 gegen einen Sonderfrieden 
geschlossenen Vertrag beitreten. 
Italiens Rüstungen und Kriegs-pläne 
Das Hinausziehen der Verhandlungen in Wien und London war den 
Italienern aus militärischen Gründen gar nicht unangenehm gewesen. Bot 
es ihnen doch die Möglichkeit, die um die Jahreswende noch wenig fort¬ 
geschrittene Rüstung weiter zu vervollkommnen. 
Als Ende Juli 1914 die Fackel des europäischen Krieges lichterloh 
aufgeflammt war, hatte auch in den italienischen Generalstabsbureaus 
emsigste Tätigkeit geherrscht. Eben erst, am 27. des genannten Monats, 
hatte der seit vier Wochen durch das plötzliche Hinscheiden des Gen. Pollio 
verwaiste Generalstab in der Person des Conte Luigi Cadorna einen neuen 
Chef erhalten. Wenngleich lange nicht so dreibundfreundlich wie seine 
Vorgänger Saletta und Pollio, war er doch bestrebt, die durch den lybi- 
schen Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsvorbereitungen im Geiste 
einer Erfüllung der 1913 wieder übernommenen militärischen Dreibund¬ 
pflichten zu überprüfen. Diese Pflichten bestanden in der Beistellung einer 
gegen Frankreich bestimmten Vogesenarmee von drei Armeekorps und 
zwei Kavallerie divisionen (Bd. I, S. 3) sowie in einer einheitlichen Verwen¬ 
dung der öst.-ung. und der italienischen Kriegsflotte unter dem gemein¬ 
samen Oberbefehl des öst.-ung. Admirals1). Cadorna schlug dem König 
sogar vor, die für den Anschluß an die deutschen Armeen bestimmten 
Heereskörper noch um weitere Korps zu verstärken2). Bezeichnender- 
*) Kriegsarchiv (Marinearchiv), Österreich-Ungarns Seekrieg 1914—1918 
(Wien 1929/31), 43 f. 
2) Cadorna, Altre pagine sulla grande guerra (Mailand 1926), 15 ff. Siehe 
auch Gatti, L'ultimo atto militare italiano della triplice allianza (Rassegna italiana, 
Rom, Dezember-Heft 1923), 764 ff.
	        

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