Volltext: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

Politische Einflüsse 
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holung der Karpathenoffensive — im allgemeinen mit der gleichen Sto߬ 
richtung wie bei der erstgeschilderten — einzuleiten, begann auch die 
Politik ihren Einfluß auf die höhere Führung auszuüben. Von deutscher 
Seite hatte man dem Ballhausplatz eindringlich die Niederzwingung 
Serbiens nahegelegt, wodurch die Verbindung mit der Türkei eröffnet 
werden sollte; Konstantinopel schien durch die in Vorbereitung befind¬ 
liche Dardanellenexpedition der Alliierten schwer bedroht zu sein. Man 
müsse, so meinte die Wilhelmstraße, Bulgarien und Rumänien gewinnen, 
vor allem aber Italien durch österreichische Gebietsopfer abfinden. Auch 
Falkenhayn telegraphierte am 9. an Conrad, er halte einen Umschwung 
in den Karpathen vorläufig für ausgeschlossen, dagegen sei die Lösung 
der rumänisch-italienischen Frage unaufschiebbar geworden. Der süd¬ 
westliche Nachbar sollte durch Gebietsabtretungen bei Erneuerung des 
Dreibundvertrages zum Eintritt in den Krieg veranlaßt werden. Diese 
Hoffnungen teilte der k. u. k. G^neralstabschef keineswegs. Bestenfalls 
werde man Rumänien auf die Seite der Zentralmächte bringen können, 
was ernstlich versucht werden müsse. Falkenhayn tat alles, um Conrad 
zu seiner Meinung zu bekehren; auf seinen Wunsch legte der im Großen 
Hauptquartier bevollmächtigte k.u.k. General, FML. Stürgkh, am 12. in 
Teschen dar, man benötige Rohstoffe aus Italien, Getreide aus Ru¬ 
mänien, daher müßten die unterbrochenen Verhandlungen mit diesen 
beiden Staaten wieder aufgenommen werden. Conrad hielt jedoch an seiner 
Ansicht fest und verlangte von Burián, zunächst das Ergebnis der im Zuge 
befindlichen militärischen Aktionen abzuwarten. 
Zu allen sonstigen Sorgen des Habsburgerreiches gesellten sich noch 
die betrüblichen Erscheinungen der in Böhmen und in den südslawischen 
Ländern fühlbar werdenden staatsfeindlichen Bewegung, die auf das 
Gefüge der bewaffneten Macht nicht ohne Rückwirkung blieben. Die 
Berichte über die Unverläßlichkeit einzelner Truppenteile aus nationalen 
Ursachen mehrten sich. So drängte nicht nur die Verpflegslage in 
Przemysl, sondern auch die Politik zu raschen Entscheidungsschlägen, 
Die Kämpfe in den Karpathen bis zum 26. Februar 
Der rechte Heeresflügel und sein nächstes Operationsziel Dolina 
(16. bis 26. Februar) 
Hi e zu Skizzen 6, 10 und 11 
An der gesamten Ostfront hatten sich Mitte Februar nur die äußer¬ 
sten Flügel von den Fesseln des Stellungskrieges befreit und drangen in
	        

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