Full text: Kriegs-Album des k. u. k. Infanterie-Regiments No 23 / HADIALBUMA A CSÁSZ. ÉS KIR. 23. GYALOGEZRED

Ankunft dér Feldpost nach Tvarda. — A tábori posta megérkezése Tvardára. 
Dic Feldpost 632. 
Das Wort «Feldpost» übt eine magische 
Wirkung aus. Es macht das Herz — dér 
um ihren Sohn besorgten Mutter, dér nach 
ihrem Gatten schmachtenden Frau, dér ihren 
Bráutigam vergötternden Braut und des 
nach seiner Familie sich sehnenden Kámp- 
fers -— viel lauter pochen. Es wáre daher 
keinesfalls uninteressant, dieser mit unserem 
Herzen so eng verwachsenen Institution 
einige Zeilen zu widmen. 
Jedermann weiss es wohl, dass die Feld¬ 
post jener vorzüglich ausgebaute Verbin- 
dungskanal ist, dér zwischen dem Schützen- 
graben und dér Heimat die beiderseits un- 
erlásslich notwendige seelische Munition in 
einer anerkennenswerten Weise vermittelt. 
In einer Entfernung von 6—15 Kilométer 
von dér Schwarmlinie entfaltet die Feldpost 
ihre wichtige und sympathische Mission und 
betátigt sich sogar oft inmitten dér schwierig- 
sten Verháltnisse. 
Die braven Feldpostbeamten, die ihren 
Dienst oft zufolge stiefmütterlicher Ein- 
quartierungsmöglichkeiten in einer verlasse- 
nen Scheune oder unter Gottes freiem Hirm 
mel versehen müssen, lassen sich auch 
durch Kanonendonner, dem Knattern von 
Maschinengewehren und dem Brummen 
von Flugzeugen in ihrer fieberhaften seelen- 
tötenden Arbeit nicht stören. 
Bei jedem höheren Kommandó, demnach 
auch bei dér 32. I. T. D. ist ein Feldpostamt 
systemisiert, das den Postdienst dér Truppen- 
körper und Anstalten, die dem betreffenden 
Kommandó unferstellt sind, versieht. 
Die Feldpost einer Truppendivision hat 
einen so máchtigen Verkehr zu bewáltigen, 
dass sich mit ihr in dieser Hinsicht nur sehr 
wenig Zivilpostámter messen können. 
Die Feldpost 632 befördért táglich durch- 
schnittlich 21,000 Korrespondenzkarten,6ooo 
Briefe, 200 Postanweisungen und einige 
Pakete ins Hinterland. 
Viel grösser jedoch ist die Zahl dér an 
die Regimenter und Anstalten dér Division 
zugest eliten Postsendungen. Es gelangen 
námlich pro Tag durchschnittlich 27,000 
Briefe und Karten, 1500 Zeitungén, 1600 
kleine Paketchen, 200 gewöhnliche Pakete, 
250 Geldanweisungen und 100 Drucksorten 
an Divisionsangehörige zűr Einhándigung. 
Ungefáhr dér fünfte Teil dieses grossen Post- 
verkehrs entfállt auf unser Regiment. 
Die Beamten unserer Feldpost stehen auf 
dér Höhe ihres Berufes, bekámpfen schnell 
und leicht jede Schwierigkeit und sind nach 
bestem Können bestrebt dahinzuwirken, 
dass dér geistige Kontakt zwischen dér 
Heimat und den kámpfenden Soldaten kei- 
nerlei Störung erleide. 
Das gegenwártige Beamtenpersonal dér 
Feldpost 632 betátigt sich béréits seit Ende 
Október 1914 bei diesem Amte und besteht 
aus dem Oberoffizial Ladislaus Bánszky, 
weiters aus den Offizialen Adalbert Fésűs 
und Ludwig Kardos, die ihren Dienst mit 
Liebe, Eifer, Hingebung und fkeinerlei 
Mühe scheuend auf das Gewissenhafteste 
versehen.
	        

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