Full text: Neuer illustrierter Führer von Grein und Umgebung sowie durch das Machland, Bahnstrecke Mauthausen-Grein mit einem Anhange 'Die Donautalbahn Grein-Krems'

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Spaziergange und Ausflüge in der Umgebung 
von Grein. 
Es dürfte wenige Orte geben, die so viele schöne 
und mühelose Spaziergänge in der nächsten Umgebung 
aufzuweisen haben, wie dies bei Grein der Fall ist, 
Von diesen ist vor allen die mit Kastanienbäumen und 
Linden besetzte Promenade am Kai zu nennen, welche 
durch die in den Jahren 1907 und 1908 unter dem 
k. k. Oberingenieur und Strombauleiter Carl Perl durch¬ 
geführte bedeutende Vergrößerung des Kais eine gänz¬ 
liche Umgestaltung und Verschönerung erfahren hat. 
Als Sehens- und Denkwürdigkeit ist die alte Linde am 
mittleren Kai nächst dem Walchshoferschen Gasthofe zu 
bezeichnen, deren Alter auf mindestens 400 Jahre zu 
schätzen ist, da sie schon in Abbildungen aus dem 
17. Jahrhunderte als stattlicher Baum erscheint. Die 
steinerne Bank, im Volksmunde kurzweg „Lindenstein" 
genannt, war ein weit und breit bekannes Merkzeichen 
für den Hochwasserstand. Bespülten die Fluten der 
Donau den „ Lindensteinu, so waren die Aubauern von 
Dornach autwärt« im Machlandbecken bedroht. Bei der 
letzten Kairegulierung mußte wegen Erhöhung des 
Terrains die steinerne Bank entfernt werden. 
Am unteren Ende des Kais liegt die stattliche 
Villa Hiebl inmitten eines großen parkähnlichen Gartens, 
oberhalb die Villa Gloriette, ein wahres Schmuckkästchen; 
von den genannten Villen eröffnet sich der schönste 
Ausblick auf den Greiner Schwall, der einst für die 
Ruderschiffe sehr gefährlich war. Die felsigen Ufer des 
weitvorspringenden Schwalleckes stauen die Fluten des 
anprallenden Stromes und erzeugen den genannten 
Schwall. Die zu Anfang der Neunzigerjahre des vorigen 
Jahrhunderts vorgenommenen Regulierungsarbeiten haben 
dem Schwalle seine Gefährlichkeit, aber auch seine 
Romantik genommen, denn die gewaltigen Felsen, welche 
die tosende Brandung erzeugten, sind damit verschwunden. 
Beim Schwalleck befindet sich die Ueberfuhr nach 
Wiesen. Die Fährleute sind absolut verläßlich und genoß 
insbesondere der frühere UeberführerThaddädl (Thaddäus) 
den besten Ruf als Fährmann.
	        

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