Volltext: Geschichte des Steirischen K. u. K. Infanterie-Regimentes Nr. 27 Band II (II. / 1937)

und III. Baon. im Aufstiege aus Mt. Cimon begriffen. Um 9.30 Uhr abends 
war der Gipfel erreicht. Eine halbe Stunde später brach Mjr. Righetti mit feinen 
Kompagnien vom Schauplatze des schönen Erfolges auf, um den Raum zwischen 
Mt. Cimon und Mt. Baldo nachtsüber zu sichern, was die 13. und 15. Komp, 
besorgten. Der Rest des IV. Baons. verbrachte die regnerische Nacht hinter der 
Mitte der Sicherungslinie. 
Das I. und II. Baon. waren als Divisionsreserve bei der Mga. Galmarara 
verblieben. Um 5 Uhr nachmittags wurde das II. Baon. abgetrennt, stieg zur 
Cra. Zingarella an und bezog hier als Reserve der 11. IBrig. Zeltlager. Das 
I. Baon. verbrachte als Divisionsreserve die Nacht zum 31. Mai bei der Mga. Gal¬ 
marara. 
Nördlich des Mt. Cimon hatten Teile des bh. 2 den Italienern den Mt. Fiara 
entrissen, und weiter gegen Norden war gegenüber den Bataillonen der 2. GbBrig. 
ein Bersaglieriregiment nach kurzem Gefechte vom Mt. Magari und von der 
Mga. Mandrielle zurückgewichen. Dieses Regiment sollte den Raum bis zum 
Grenzkamme schützen, sah sich aber offenbar infolge Überschätzung der Kräfte des 
Gegners und wahrscheinlich in Kenntnis der Niederlage der Alpini in seiner süd¬ 
lichen Flanke zum Ausgeben des zu sichernden Raumes veranlaßt. Gleichwohl 
konnte das 6. JDKmdo. die erfreuliche Mitteilung in Empfang nehmen, daß die 
im Anmarsche befindliche 8. GbBrig. die Mga. Portule erreicht habe. 
So war denn am 30. Mai die Absicht der Italiener, die zum Schutze der Val di 
Campo Mulo besetzten Höhen festzuhalten, jählings vereitelt worden. Die berg- 
gewohnten, zur 6. ID. gehörenden Truppen hatten einen erfolgreichen Tag hinter 
sich. Im vollen Selbstvertrauen konnten sie den nächsten, sturmbewegten Tagen 
entgegensehen. 
Die Kämpfe im Melettagebiete 
(31. Mai bis 8. Juni 1916) 
Skizzen 6, 8 
Das Kampfgelände — Ungriffsvorbereitungen — Das Gefecht bei 
Fontana Tre Pali 
Die Val di Campo Mulo zieht eine tiefe, bei Gallio auslaufende Furche durch 
die einsamen, nun von Kriegslärm erfüllte Wildnis dunkler, schwermütiger 
Cimbernwälder. Auf mäßig steilen Hängen in lehmigem Grunde, auf verkarsteten 
Felsgipfeln, in schwarzem Humus, von Gesteinstrümmern umschlossen, gedeiht die 
cimbrische Tanne. Zuweilen gesellt sich zu ihr eine versprengte Fichte oder an 
günstigerem Orte eine Edeltanne. Unbeschränkte Herrscherin bleibt die schwer¬ 
mutsvolle Cimberntanne in ihrem bis in die selsgepanzerte, steilragende Bergwelt 
strebenden Reiche. Das dunkelfarbige Nadelkleid des Waldes ist auf die herbe, welt¬ 
ferne Einsamkeit abgestimmt. Dem eintönigen, von keinem Vogelsang belebten, 
von keinem schnellfüßigen Wild durchstreiften Walde angepaßt, ist die spärliche 
Alm, die „Malga", mit der „Casara“ (Käserei), eingebettet in wenig üppigem, von 
keiner Blumenpracht belebtem Grün, mit Felstrümmern, den Abgesandten in der 
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