Full text: Geschichte des Steirischen K. u. K. Infanterie-Regimentes Nr. 27 Band II (II. / 1937)

Regimentsslügel wurden erkannt. Um 8.30 Uhr abends richtete der Italiener Minen¬ 
feuer auf die Stellung der 4. Komp, und des nördlich anschließenden II./58. Baons., 
in dessen Front der Feind einbrach. Der Gegenangriff des FIB. 22 warf ihn aber 
wieder aus der Einbruchstelle hinaus. 
Auch der Abend des 19. ließ sich hier recht lebhaft an. Die halbe 2. Komp. 19.8. 
(Reserve) wurde eingesetzt, und zur Stützung des bedrohten Südflügels der benach¬ 
barten 8. GbBrig. rückte nachts das Ill./bh. 2 Baon. hinter 11/58. Auch innerhalb der 
Regimentsfront wurde die Nahtstelle zwischen dem I. Baon. und der Gruppe Hptm. 
Pschorn durch die halbe 3. Komp, unter Oblt. i. d. R. Glaas als Reserve gestützt. 
In der Nacht auf den 20. schied das Baon. 11/17 aus der Melettafront und aus dem 20.6. 
Befehlsbereiche des Obst. v. Dorotka. I/bh. 2 trat an seine Stelle, das mit IV/bh. 2 
und FIB. 7 die Besatzung des Melettaabschnittes unter Obst. v. Mihailie bestritt. 
Die Lage am 20. Juni zeigt Skizze 7. 
An diesem Tage zeigten die italienischen Maschinengewehre auffallende Leb¬ 
haftigkeit. Um ihre bellenden Mäuler zu stopfen, trat um 1 Uhr mittags am 
rechten Flügel der 1. Komp, die IGeschAbteilung in Aktion und brachte die bel¬ 
fernden Stimmen zum Schweigen. Nur war der Erfolg von Mißgeschick begleitet. 
Ein Infanteriegeschütz hatte einen Rohrkrepierer, das zweite wurde durch ein 
feindliches Infanteriegeschoß außer Gebrauch gesetzt. 
Das feindliche Artilleriefeuer, das am 20. unter anderem wieder den Standort 
des Regimentskommandos besonders bedachte, fügte dem Regimentstrain im 
Campo-Mulo-Tale erheblichen Schaden zu. Es gab zwölf verwundete Tragtiere, 
von denen drei notgeschlachtet werden mußten. Schon vormittags hatte ein Voll¬ 
treffer in die Munitionsstaffel der MGA. IV Tragtierverluste (1 tot, 4 verwundet) 
verursacht. Das Regimentskommando verlegte noch am 20. den Gefechtstrain zur 
Cra. Fiaretta. Auch in der Kampffront waren die Opfer erhebliche; so betrugen sie 
in der Zeit vom 18. bis 21. Juni 13 Tote, 76 Verwundete. 
An diesem Tage stellten sich die ersten Anzeichen eines nahe bevorstehenden 
Wandels in der allgemeinen Frontlage ein. Sämtliche fahrenden Trains, insoweit 
die Truppen noch mit diesem ausgerüstet waren, mit Ausnahme der Fahrküchen 
und deren Beiwagen, ferner alle Karreten mußten ins Galmararatal verlegt 
werden. Der Regimentstrainkommandant, Hptm. Kratochwill, sandte noch am 
Abende 37 Tragtiere mit 33 Karreten dorthin ab. 
Das HGK. hatte aus den Teilangrisfen der letzten Tage keineswegs den Eindruck 
einer einheitlichen Gegenoffensive gewonnen; aber auch Cadorna scheint mit der Art 
der Durchführung des geräuschvoll angekündigten Unternehmens nicht einverstanden 
gewesen zu sein. Die italienische 6. Armee verfügte zu diesem Zeitpunkte noch über 
vier Divisionen, zu denen gegen Ende des Monates die aus Libyen herangezogene 
48. ID. stoßen sollte. Cadorna bot nun diese vier Divisionen am 21. Juni dem 
1. Armeekmdo. an, um den Druck gegen die Front des Gegners zu verschärfen. 
GLt. Pecori-Giraldi antwortete am 23., er benötige nur deren zwei, doch bedürfe 
der im Gange befindliche Artillerie-aufmarsch noch einiger Tage zur Vollendung. 
In dieser Verfassung wurde das italienische Heer durch die Rückverlegung der 
gegnerischen Front überrascht 
1 Österreich-Ungarns Letzter Krieg, IV., 670. 
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