Das 2, Garde-Regt. wirft starken Feind durch den Wald zurück.
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Tannendickung: Lt. Frhr. v. Spiegel ging mit einigen Leuten vor,
um festzustellen, ob sie besetzt wäre. Als er 50 Schritt von der Dickung
entfernt war, fielen Schüsse; Lt. v. Spiegel und seine Leute brachen
tot zusammen. Rache nehmen für den Heldentod dieses kühnen Offiziers
und seiner Tapferen war der alle beseelende Gedanke und sofort stürmte
die Kompagnie weiter. Stellenweise gelang es dabei, durch Lücken in
die feindliche Linie vorzustoßen und dann die noch haltenden Frontteile
von der Flanke zu fassen.
So ging es durch den Wald gut vorwärts. Dichte Massen des
Feindes fluteten, sich an den schmalen, aber lichten Waldstücken haltend,
Zurück. Die Schützen des 2. Garde-Regts. standen oder knieten und
schössen mit Begeisterung auf die nahen und guten Ziele, die sich ihnen
in den bisherigen Kämpfen noch selten geboten hatten. Von rechts
her erschien Maj. Frhr. v. Rotenhan (I./3. G.) mit einer kampfkräftigen
Schützenlinie seines Bataillons. Auf dem rechten Flügel schwärmte er
ein und verstärkte hier in fühlbarer Weise diese schwache Stelle.
Etwa zwischen 11'" und 11'° traten die vordersten Linien aus dem
Westrande des Waldgeländes heraus. Das 2.Garde-Regt. hatte bei
feinem Angriff den ihm zugewiesenen Gefechtsstreifen gut innegehalten:
der mit dem 3. Garde-Regt. vermischte Flügel sah sich der Ste. Sophie
Fe. gegenüber, links bestand etwas nördlich der Höhe 112 (nordöstlich
Connantre) Anschluß an das 4. Garde-Regt. Bor dem Abschnitt des
2. Garde-Regts lag ein flacher, breiter, sumpfiger Grund, der vielfach
mit Buschgruppen und Hecken durchsetzt war und in seinem südlichsten
Teile von dem Waldstück nördlich des Bhfs. Connantre begrenzt wurde.
Hier hatten sich Teile des Gegners von neuem gesetzt, aufgenommen
von einigen Reserven, denen vor allem der Artillerieschutz übertragen
war. Zwei todesmutige französische Batterien hielten nordwestlich
Connantre aus und deckten mit rasendem Feuer den Rückzug der
geschlagenen Infanterie. Bon neuem also galt es für die dünnen Linien
der Angreifer, hier den feindlichen Widerstand zu brechen. Es waren
offenbar nicht die Schlechtesten der französischen Schützen, die hier aus-
hielten und aus ihrer guten Deckung hinter den Büschen und Hecken
feuerten, was die Gewehre hergaben. Wieder mußten zahlreiche Feld-
graue sich opfern, u. a. erhielt Lt. v. L o e p e r, der kühne Patrouillen-
Offizier, einen schweren Brustschuß: auch Lt. d. R. G r a b b e fiel
verwundet aus. Aber das brennende Verlangen, die feindlichen Batte-
rien zu nehmen, gab den siegesbewußten Kämpfern immer neue Kraft:
auch der letzte verzweifelte Widerstand des Gegners wurde gebrochen.