Volltext: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

V. 
Houthulst. 
/^L»s ist ein Wald von fast kreisrunder Gestalt, etwa 4000 Meter im 
V^»Durchmesser. Von Norden nach Süden teilt ihn die Straße, die von 
Houthulst nach Poelkapelle führt. Von Nordosten nach Südwesten durch- 
ziehen ihn ein paar Schneisen, berühren zwei kleine Jagdschlösser, die 
verschwiegen aus Wiesenlichtungen grüßen, überqueren den Zanddams- 
beek und den Corverbeek, der bei Draaibank sich mit dem Steenbeek 
vereinigt. 
Ein paar Gehöfte liegen mitten im Wald, der Mannekenhos und 
die Melaeneherberge. Vom Mannekenhos aus wird das Holz abgefahren 
an die Bahnhöfe von Langemark und besonders an den Verladepunkt 
bei Vijfwegen. In der Melaeneherberge trinken die Holzfäller einen 
Kornschnaps, bevor sie heimwärts fahren auf ihren Rädern, nach 
Merkem, nach Nachtegaal, nach Langewaede und Mangelare. 
Es gibt prachtvolle Bäume in diesem Wald, denn er ist alt wie die 
Stadt Upern in seinem Süden und ein Wahrzeichen Westflanderns wie 
der viereckige Turm von Sankt Martin. 
Es ist ein unheimlicher Wald. Es gibt lange Strecken, auf denen 
der Boden weich ist wie Wachs, obwohl ihn ein üppiges Pflanzen- und 
Strauchwerk überzieht. Das macht das Grundwasser, denn der Wald ist 
eine einzige große Ebene und die Bachläufe winden sich in hundert 
Schlingen durch Wurzeln und Lichtungen, ehe sie sich zum Gang in die 
Felder entschließen. Da kann man wohl hilflos versinken, wenn man den 
Weg verläßt, um in die düsteren Geheimnisse des Waldes vorzudringen. 
Denn wer sagt es denn, ob gerade Holzfäller in der Nähe sind, die den
	        

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