Full text: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

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Am 4. Oktober tritt der Engländer wiederum nach einem ge- 
waltigen Trommelfeuer, Mann an Mann, in acht Wellen tief gegliedert, 
zum Großangriff an, an vielen Stellen von Tanks geführt. Der Stoß 
prallt von neuem gegen die ganze Front der Gruppe Upern (6. bayer. 
Jnf.Div., 1V. Erf.Div., 20. Jnf.Div. und 4. Garde-Jnf.Div.) sowie 
gegen die links anschließende 19. Nes.Div. und 25.Jnf.Div. der Gruppe 
Wijtschate. Als Eingreifdivifion zeichnet sich im Gruppenbereich Vpern 
die 187. Jnf.Div. aus; nicht so glücklich wie diese kämpfen als 
Eingreifdivisionen die 4. bayer. Jnf.Div. und 45. Ref.Div., während 
es der 19. Res.Div. mit der ihr dann unterstellten 8. und 
17. Jnf.Div. gelingt, den bis über 2 Kw eingebrochenen Gegner zurück- 
zudrängen und dadurch die Höhen nordwestlich Geluveld, den Westrand 
des Schloßparkes von Polderhoek und den Ort Reutel wieder in deut- 
schen Besitz zu bringen. Auch an diesem Tage schlägt sich die 23. Jnf.Div. 
hervorragend. 
Der 4. Oktober bringt dem Angreifer trotz aller Anstrengungen nur 
den Gewinn eines Geländestreifens von anderthalb Kilometer Breite. 
Fieberhafte Unruhe beherrscht den Engländer; er darf sich keine 
Ruhe gönnen. Drohend steht der Eintritt schlechter Witterung bevor, 
gegen welche weder Material noch Menschen etwas vermögen. Morast 
und Sumpf bleiben dann die Sieger. 
So leitet der Engländer schnell seinen Großangriff am 9. Oktober 
gegen die Front der Gruppen Diksmuide, Bpern und Wijtschate mit 
einem Trommelfeuer ein, das an Stärke dem des 4. Oktober nichts 
nachgibt. Auf breiter Front von Merkem bis südlich Geluveld angesetzt, 
erreicht der Gegner lediglich die Besitznahme des Geländes südlich des 
Houthulfter-Waldes und einen beschränkten Bodengewinn an und 
südlich der Bahn Roeselare—Vpern. Im Bereich der Gruppe Diksmuide 
werden die 18. Jnf.Div. mit Eingreifstaffsln der 187. Jnf.Div., bei der 
Gruppe Bpern die 6. bayer. Jnf.Div. und die mit ihr in der Ablösung 
begriffene 227. Jnf.Div., gemeinsam mit der 240. Jnf.Div. (Eingreif- 
Division), dann die südlich anschließende 16. Jnf.Div., die 195. Jnf.Div. 
mit Teilen der 20. Jnf.Div. und 45. Res.Div. sowie die 233. Jnf.Div., 
der Regimenter der 220. Jnf.Div. zu Hilfe eilen, in den schweren Kampf 
verwickelt. Bei der Gruppe Wijtschate trifft der englische Angriff auf die 
22. Res.Div. und die 10. bayer. Jnf.Div., nur Teile der 15. Jnf.Div. 
brauchen hier die vordere Linie zu verstärken. 
Drei Tage später — am 12. Oktober — spielt sich trotz Regenschauern 
und bei tief hängenden Wolken ein neuer Großkampftag ab. Im
	        

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