Full text: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

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das Regiment tn Langemark, die Brigade in Vijfwegen, die Division in 
Staden. Im September war die vordere Linie bei Langemark, der 
K.T.K, bei Schreiboom, das Regiment in Schaap Balte, die Brigade 
in Stadenberg. Heute, Ende Oktober, ist die Front vor Schaap Balte, 
das Regiment tn Stadenberg. Bei Vijfwegen liegt der K.T.K. 
Zur Rechten der Komplex des Houthulster Waldes. Früher 
wimmelte es hier von Batterienestern. Die Infanterie kannte den ver- 
wunschenen Wald nur vom Durchmarschieren und vom Aufenthalt in 
der Bereitschaft her. Wie ein Igel mit seinen Borsten, so starrte der 
niedergetretene Wald mit seinen Rohren. Die Bäume zersplitterten, ver- 
brannten, zerrissen, niemand kümmerte sich darum. Die stählernen 
Rohre traten ihre Erbschaft an. Es wurde ein Wald aus Feuerschlünden, 
der nachts unter infernalischem Getöse seine grauenvollen Blüten trieb. 
Auch das hat sich verändert. Im Südwesttetl des Waldes und an 
seiner Südfront entlang bis nach Schaap Balie hat sich der Infanterie- 
kämpf eingenistet mit seinem dünnen Gesechtslärm, seiner blutigen Hast, 
seiner gefräßigen Ruhelosigkeit. Die Batterien sind Schritt für Schritt 
rückwärts gekrochen, viele haben den Wald schon nach Osten verlassen. In 
dem Mannekenhos, ehemals Stand des Artilleriegruppenkommandeurs, 
sitzt heute der K.T.K. Wo der K.T.K. sitzt, da ist es vorüber mit Wald- 
idylle, Bachgrund, Wiesengrün und Kaninchenjagd. Der K.T.K. braucht 
ein niedergehämmertes Feld, braun, klebrig, zäh, gleichförmig, damit 
nur ja den Menjchen, die hier einander den Besitz der Granatlöcher 
streitig machen, nicht der Gedanke kommt, es liege hier eine groteske 
Verwechslung zwischen Waldfrieden und Trichterfeld vor. 
Zur Linken, von Vijfwegen aus, schaut man durch sine sanfte Mulde 
nach Tiendenberg und Westroosebeke. Es gab eine Zeit, da man. auf der 
Anhöhe von Westroojebeke stehend, am Horizont rings um Dpern diese 
furchtbare Schlacht brodeln sah wie das graue Meer, weit von landein- 
wärts erblickt. Dann hatte man das beklemmende Gefühl, das sich mit- 
fühlender Menschen stets bemächtigt, wenn sie ihre Mitmenschen einem 
bitteren Schicksal unterworfen wissen, das man ihnen nicht abnehmen 
kann. Kriegsberichterstatter wurden auf diesen bevorzugten Punkt 
der flandrischen Bühne geführt, sie schrieben dann gefühlvolle und schön 
stilisierte Berichte, wobei sie bisweilen die Entfernung bis zur Front ein 
wenig unterschätzten. Sie wurden gewissermaßen der Empfindung teil- 
haftig, auf einem Feldherrnhügel zu stehen, von dem aus die Schlacht 
gelenkt wird. Ihre Berichte gewannen durch solch' heroische Vor- 
stellungen an Schwungkraft. Gelangten sie einige Wochen später in
	        

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