Full text: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

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Am 7. Oktober wurden durch Armeebefehl die alten bewährten 
Grundsätze für die Abwehrschlacht, die eine möglichst weite und elastische 
Tiefengliederung mit automatischem Gegenstoß vorsahen, wieder in 
Kraft gesetzt. 
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Am 9. Oktober erfolgte der erwartete vierte Angriffsstoh jener 
Serie, die mit dem 20. September eingesetzt hatte. Er galt in erster 
Linie der Verbreiterung der mit der Zeit im Zentrum der flandrischen 
Schlachtfront entstandenen Ausbuchtung nach Norden zu. 
Vormittags 6 Uhr lag die Front von Merkem, westlich des Hout- 
Hülster Waldes, bis nach Zandvoorde, südöstlich Hpern, unter Trommel- 
feuer. Der nachfolgende Angriff drang zwischen Draaibank und Koekuit 
bis über Mangelare vor und erreichte den Südwestrand des Houthulfter 
Waldes. Bahnhof Poelkapelle, an der Kreuzung der Straße Houthulst 
—Poelkapelle mit der Bahn gelegen, wurde gehalten. Der Ostteil des 
Dorfes wurde vorübergehend verloren, nachher aber wiedergewonnen. 
Mittags wurde die 24V. Jnf.Div., als Eingreifdivision hinter dem 
rechten Flügel der Gruppe Bpern, gegen die Einbruchsstelle bei Poel- 
kapelle eingesetzt. Ihr Vorgehen traf um 7 Uhr abends mit einem neuen 
schweren englischen Massenangriff zusammen und blieb in der Abwehr 
liegen. 
Erbittert wurde vor Passchendale gerungen, wo die 195. Inf.Div. 
und der rechte Flügel der 233. Inf.Div. vorübergehend einige hundert 
Meter Gelände einbüßten. Die oft bewährten Regimenter der 45. Ref.- 
Div. warfen den Gegner bis zum Abend in seine Ausgaugsstellungen 
zurück. 
Mitte und linker Flügel der 233. Jnf.Div. verloren nach zwei ver- 
geblichen Angriffen des Feindes beim dritten einige hundert Meter 
kostbaren Höhengeländes zwischen Broodseinde und Keiberg. 
Elf englische und einige französische Divisionen hatten angegriffen. 
Bis zu sechsmal wurden die Angriffe im Laufe des Tages nach jedes- 
maligem Trommelfeuer vorgetrieben. 
Wenn auch abermals wertvolles Gelände in die Hand des Gegners 
gefallen war, so stellte sich der 9. Oktober dennoch als ein schöner deut- 
scher Erfolg dar. Die Verluste an Menschen und Material waren 
gegenüber dem 4. Oktober um ein Beträchtliches gesunken. Die Wieder- 
einführung der alten Abwehrtaktik hatte ihren Zweck erfüllt. 
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