Full text: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

I. 
Majorgraacht. 
on Warneton führt die Straße in nordwestlicher Richtung, von 
niedrigen Bäumen gesäumt, durch den Douvegrund und zweigt, 
die Lysniederung oerlassend, nach wenigen Kilometern westlich auf 
Messines ab. In Messines (Meesen) trifft sie die große Chaussee, die 
aus Armentieres kommt und über den Höhenzug von Wijtschate nach 
Ypern führt. Zwischen Meesen und Wijtschate, auf dem Sattel, den die 
Höhe hier bildet, taucht weit zur Linken der Abriß eines Bergkegels 
auf, der, nicht viel höher als einhundertundfünfzig Meter, dennoch für 
das flachwellige Land einen mächtigen, beherrschenden Koloß bildet. 
Die Sonne ist heute schon tief herabgestiegen. Ein kühler Luftzug kommt 
aus dem Grunde, der zwischen dem Wijtschaterücken und jenem Berg 
gebreitet ist. Er streicht durch das wuchernde Gebüsch und Gestrüpp um 
die Spanbroekmühle und bewegt gemächlich deren gewaltige Flügel. 
Das rote Ziegeldach der Goethaltferme leuchtet aus den Wiesen am 
Haeringbeek wie ein blutiger Tupfen auf dunkelgrünem Teppich und 
am Straßenkreuz Groote Bierftraat wirbelt sonnenvergoldet der Staub 
eines Automobils. 
Bald mag es Abend werden hier oben. 
Boraus, auf mählich von Westen und Osten ansteigender Höhe, Dorf 
Wijtschate. Das Dach des Kirchturms funkelt, als fei es aus reinem 
Gold. Hähne krähen den Abendgruß und große Scharen weißer flan- 
drischer Hühner bevölkern die Wiesen. 
Neu sind die Ziegel der Dächer, neu die roten Backsteine der Wände, 
neu sind die Pflastersteine und neu Pflugschar und Egge, die auf den
	        

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