Full text: Flandern 1917 [27] (Band 27/1928)

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Punkte zu konzentrieren, die hinter der deutschen Front der Durch- 
führung der Abwehr dienten, Bereitschaftslager, Befehlsstellen, An- 
Marschwege usw. Endlich wurde jede englische Brigade zu drei Batail- 
lonen in der Weise zum Angriff angesetzt, daß das erste Bataillon an- 
greifend bis vor die deutsche Hauptwiderstandslinie gelangen sollte, 
daß dann das zweite durch das erste hindurchgehend den Kampf um 
diese Linie durchführen, und daß schließlich das dritte Bataillon, seiner- 
seits durch das zweite hindurchgehend, die Abwehr des deutschen Gegen- 
stoßes aushalten mußte. Die Feuerwalze der Artillerie hatte pünktlich 
nach der Uhr jedes der drei Bataillone im Borgehen zu begleiten. Tanks 
und Jagdflieger wurden hauptsächlich der zweiten und dritten Angriffs- 
welle zugeteilt. Bis zum Beginn der geplanten neuen Angriffsferie hatte 
die Artillerie planmäßig die gesamte deutsche Abwehrzone zu bekämpfen. 
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Das einzige, was die deutsche Heeresleitung gegen diese zu er- 
wartende Steigerung der englischen Angriffsintensität unternehmen 
konnte, war die Bereitstellung möglichst ausgeruhter Eingreifdivisionen 
und die Organisierung eines möglichst umfangreichen Materialnach- 
schubs. Beide Notwendigkeiten waren durch die besondere Lage der 
deutschen Armee eng begrenzt. Schon seit Anfang August war alles, 
was an kampfkräftigen und bewährten Divisionen auf den übrigen 
Frontabschnitten irgend ausgespart werden konnte, nach Flandern ge- 
bracht worden. Viele Divisionen waren schon zum zweiten- und 
drittenmal eingesetzt, anders durch die schweren Kämpfe so mit- 
genommen, daß sie an eine ruhigere Front geschickt werden mußten. 
Verhängnisvoll machte sich der Mangel an gründlicher Erholung 
hinter der Front bemerkbar. Es ging aus taktischen Gründen nicht an, 
die abgekämpfte Truppe außerhalb der Zone des Fernfeuers und der 
Bombenangriffe in guten Quartieren unterzubringen. Im Gegenteil, 
die Notwendigkeit, den Gegenstoß möglichst rasch durchzuführen, zwang 
dazu, die Eingreifdivisionen noch näher als bisher an die Kampffront 
heranzuziehen. Die schnellere Aufeinanderfolge der englischen Angriffs- 
ftöße verkürzte zudem die Ruhezeit immer mehr. Kaum war die Truppe 
abmarschiert, da rief sie schon wieder der Befehl nach vorn. Oft mußten 
die Bataillone mitten aus der Ablösung heraus zum Gegenangriff 
vorgehen. Das Ende August angebrochene schlechte Wetter vermehrte die 
Strapazen noch um ein Beträchtliches, die Abgänge an Kranken wurden 
immer fühlbarer
	        

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