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Augen. Zudem glaubte man in Konstantinopel, aus politischen Gründen
die Wiedereinnahme Jerusalems betreiben zu müssen. En verPascha
wies in einem Schreiben darauf hin, daß jetzt, ehe die Engländer
weitere Verstärkungen heranzögen, der geeignete Zeitpunkt dazu vor-
Händen sei. Der Borteil des Abwartens eigener Verstärkungen falle
hiergegen nicht in die Wagschale. Wieder einmal, wie so häufig in
der Türkei während des Weltkrieges, ließen sich die politischen Ziele
Konstantinopels mit den Möglichkeiten an der Front schwer in Einklang
bringen.
Dieselbe Erscheinung zeigte sich in dieser Zeit hinsichtlich des Hed-
jchas. Der Oberbefehlshaber legte am 13. Dezember der türkischen
Heeresleitung nahe, die aus militärischen Gründen notwendig erschei¬
nende Räumung des Hedschas ohne Rücksicht auf die politische Bedeutung
dieses Gebietes und von Medina in Erwägung zu ziehen. In einer
Antwort gab Enver die militärische Wichtigkeit einer Räumung zu,
lehnte sie aber aus politischen Gründen ab. Die hierdurch zweifelsohne
zu erreichende Entlastung der Palästinafront kam also nicht in Frage.
In einem Erlaß an das A.O.K. 7 und 8 sprach der Oberbefehlshaber
aus, daß die großen Schwierigkeiten, Entbehrungen und Anstrengungen,
die durch das Einsetzen des Regens hervorgerufen würden, in keiner
Weife verkannt würden. Indessen gehe es dem Feinde nicht besser. Ein
Hinausschieben der Operationen sei nicht angebracht, da dadurch unsere
allgemeine Lage und die Erfolgsaussichten beeinträchtigt würden. Es
müsse jetzt alles getan werden, um der Pflicht gegen das Vaterland voll
gerecht zu werden. Das Heeresgruppenkommando werde seinerseits aus-
reichende Versorgung bis an die Bahnendpunkte schaffen. Bei dem Ver-
sagen des Nachschubes aus dem Norden sei dies zwar nicht leicht, werde
aber hoffentlich geleistet werden können. Der Weitertransport müßte im
wesentlichen durch Tierkolonnen erfolgen.
Die Engländer waren, wie immer, über unsere militärischen Vor-
bereitungen unterrichtet. Wir konnten das übrigens auch aus einem von
uns aufgefangenen Funkspruch schließen, in dem aller Welt, besonders
aber uns bekanntgegeben wurde, daß der heilige Vater in Rom an-
geblich alle gläubig-katholischen Streiter auf unserer, der Feindesseite,
mit dem Bannfluch bedrohte, falls ein neuer Angriff auf die heiligen
Stätten in Jerusalem erfolgen sollte. Ein echt englischer Schwindel, der
dementsprechend von uns bewertet wurde.
Der Feind befand sich im Vergleich zu uns in erheblich günstigerer
Lage, da ihm der Nachschub zur See über Jaffa vollkommen freistand.