Volltext: Ypern 1914 [10] (Band 10/1925)

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weckten in ihm den Plan, durch andauernde Angriffe den ermüdeten 
Gegner zu erschüttern und in zäher Arbeit allmählich das zu erreichen, 
was in einmaliger Schlachtentscheidung nicht erreichbar war. Die fran- 
zösische Heeresleitung billigte F r e n ch' s Absichten vollkommen und 
speiste ihn, soweit es ihr möglich war, mit französischen Reserven. Man 
darf nicht vergessen, daß damals die ganze Welt die Entscheidung des 
Feldzuges noch von dem Ausgang der Schlacht um Fpern erwartete. 
Bald merkten die deutschen Reservekorps, daß hinter den täglichen 
und nächtlichen Angriffen des Gegners ein System lag, daß der Gegner 
den Versuch machte, allmählich von sich aus bestimmenden Einfluß auf 
den Gang der Schlacht zu nehmen. Sie hatten diesem Versuche nichts 
entgegenzustellen als ihre Leiber. Das Armeeoberkommando fürchtete 
besonders für die Nahtstelle zwischen dem XXVI. und XXVH. Reserve¬ 
korps und stellte dort die 37. Landwehrbrigade, die 2.Reserve-Ersatz- 
brigade, Teile der Marinedivision und Teile der 38. Landwehrbrigade 
aus. Dem Gegner kam sehr zu statten, daß er nach wie vor im Besitze 
der Höhenstellungen war und darum über eine ausgezeichnete Beob- 
achtungsmöglichkeit verfügte. Besonders heftige Angriffe richteten sich 
am 26. und 27. Oktober gegen die deutsche Front bei Poelkappelle und 
Passchendaele. Nach und nach mußten hier die sämtlichen Armeereserven 
eingeschoben werden. Am 26. Oktober fiel der Führer der Landwehr, 
Generalleutnant vonMeyer. Überall gelang es, die deutschen Linien, 
die teilweise unter den hartnäckigen Angriffsstößen ins Wanken kamen, 
wiederherzustellen. Ebenso schlimm war die schwere Krise, die schon am 
24. Oktober bei der sächsischen 33. Reserve-Division in der Gegend von 
Zonnebeke eingetreten war. Nur durch das energische Eingreifen der 
Divisionsfeldartillerie, die hinter die zurückgehenden Schützenlinien einen 
dichten Sperrfeuergürtel legte, gelang es, ernste Folgen zu verhindern. 
Auch die Stellung der 34. Reserve-Division, der Württemberger, wurde 
von einem fürchterlichen Stoß getroffen. Schon verbreiteten sich Gerüchte, 
Becelaere sei umzingelt und genommen. Aber die württembergischen 
Regimenter gingen mit dem Bajonett vor und trieben den Gegner zurück. 
Am 28. Oktober schien der Feind durch seine verlustreichen Angriffe 
erschöpft, es kam nur zu unbedeutenden Aktionen. Auch der 29. ging 
verhältnismäßig ruhig vorüber. 
Bei Dadizeele traf als Reserve die 6. bayerische Reserve-Division ein. 
Das Armeeoberkommando schöpfte neue Hoffnung.
	        
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