V. IVeiterentwicklun g der feindlichen Gesamt-- plänc bis Ende Juni.^ Karten 1, 1 a, 4, 5. Im Zusammenhang mit der Ablösung der französischen 1V. Armee durch Ende F«vn>ar. englische Truppen2) war seit Ende Februar eine Neugliederung des englischen Heeres im Gange. Den rechten Flügel, der wie bisher dicht nördlich der Somme bei Maricourt an die französische Front anschloß, sollte eine neue 4. Armee unter General Sir Henry Nawlinson bilden. Die 3. und 1. Armee hatten den Raum der französischen 10. Armee zu über- nehmen, dann folgte die 2.,darauf die belgische Armee (sechs Divisionen) und der Befestigte Abschnitt Dünkirchen (französisches XXXVI. Korps). Von insgesamt 42 in Frankreich und Belgien angesetzten Divisionen standen acht in Reserve. Mitte März sollte die Ablösung der französischen 10. Armee beendet sein, die künftig zwischen der 3. und 6. den rechten Flügel der Heeresgruppe Nord bildete. Dann glaubte General Ioffre den Deutschen gewachsen zu sein, die nach seiner Berechnung in süns bis sechs Wochen gegen 22 Divisionen von der Ostfront und ruhigen Teilen der Westfront zusammenziehen könnten. Freilich gelte es nicht nur, den Gegner abzuweisen, vielmehr ihn entscheidend zu schlagen. Nach den Abmachungen von Chantilly2) hatte Frankreich, falls es unter den Druck eines starken Angriffs geriet, das Recht, im Rahmen des Mög- lichen Entlastung von seinen Verbündeten zu fordern. Dazu waren diese jedoch noch lange nicht bereit. Eine solche Forderung hätte überall unzu- reichende Kräfte auf den Plan geführt. Ihr gegenüber hielt General Ioffre mit großer Zähigkeit an dem Gedanken einer einheitlichen über- legenen Offensive fest. Was aber schon jetzt den Verbündeten zu-AnfangMArz, gemutet werden konnte, waren Teilangriffe zur Bindung der ihnen gegen- überstehenden deutschen Kräfte. Wie an seine eigenen Heeresgruppen, rich- tete General Ioffre daher Anfang März auch an den englischen Oberbefehls- haber, an General Sarrail in Saloniki, an Italien und an Rußland das >) Quellen: Außer den aus S. 44 genannten: Ioffre: „Memoires du Marechal Joffre", Band II. — Poineare: „Au Service de la France", Band VIII. — Petain: »La bataille de Verdun". 2) 6.51, 110 und 138. 3) S. 46 f.