Das dritte Buch der Garten Ordnung /
Das dritte Cabittel.
Wie man ferner einen Baumgarten / mit dem Sa⸗
men vnd Fexeln kan erbawen / vnd nicht
Botten darff.
Je dritte art / wie ein Baumgarten zu erzeugen sey / von denen
Geywaͤchsen / die man nicht darff Botten / sondern von sich sel⸗
hest / aus hhrem Samen vnd Kernen fortgezogen / oder von
shren abgezogenen beyschuͤßling / weiter fort werden gepflantzet / Als
Mandel / Pfirschen / Quitten / Welsche vnd Lampertische / vnd an⸗
der Walt vnd Holtz Nuͤsse / die man Haselnuͤß nennet / vnd was der
gattung mehr ist / Dauon ich hernach vnd jeder insonderhcit / sagen
wil.
Dicese alle kemmen am besten / zum rheil von dem Samen jhrer
kerne / zum thetl von den / bey jhrer wurtzel außgeschlossenen / spritß⸗
lingen vnd jscxele / Vnd ob wol offt versuchet werden / derer Som⸗
merreiser auff andere stemme / wie Opffel vnd Birn zu Botten / so
istes dech selten geraten / vnd fortgangen / vnd wenn es gleich an⸗
gangen ist / so hat es dagestanden in einem / vnd nicht sort gewolt /
gieich als wenns sagen wolt / ich begere auff diesem stamme nicht zu⸗
wachsen / sondern wil meiner art nach bleiben vnd wachsen / als vom
Samen vnd fexeln / vnd ehe vnd sonsten kein gut thun / doch von die⸗
sem hernach ferner.
F
4
Das vierde Capittel.
Von etzlichen Regeln / obseruationen vnd auff⸗
merckungen die wol zubetrachten im
Botten der stemme sind.
Vnd Erstlich von den Reisern die man aufssetzen / Pfropffen
oder Impffen wil.
18
Enn gleich wie man vnter den wilden stemmen vnd gesecten
Zammen reisern / einen sonderlichen doledum vnnd erwe⸗
lung haben mus / denn nicht alle zu Botten Tuͤchtig sind/
Sondern welche frisch / feiner glatter rinden / vnnd nicht Estig sind⸗
AuVV ———
vnnd man mus dieselben nicht Plumps weiß nemen wozn
oͤmpt