Volltext: Der Militär-Maria Theresien-Orden

138 
zember 1914 auszuharren. Schwer fiel hierbei ins Gewicht, daß seit 
der bereits am 14. November erfolgten Räumung des Uzsokpasses 
durch die Nachbartruppen die linke Flanke vollkommen entblößt 
war und alle verfügbaren Reserven zur Abwehr des nunmehr von 
dort stets drohenden Flanken- und Rückenangriffs verwendet wer 
den mußten. Der so verursachte Mangel an Reserven in den übri 
gen Teilen der Kampffront brachte es mit sich, daß die Mannschaft . 
ohne Ablösung Tag und Nacht den Dienst in den Befestigungen und 
deren Verteidigung versehen mußte, was eine große Erschöpfung 
verursachte. 
Nach einem fünftägigen Kampf mußte die Stellung bei Toronya 
infolge eines übermächtigen Angriffs der Russen geräumt werden. 
Der Einbruch des Feindes konnte nach hartem Kampf zwar abge 
wiesen werden, doch mußten schließlich auch die Stellungen bei 
Verecke und bei Laturka geräumt werden. Das Gros der sehr er 
holungsbedürftigen Truppen wurde in den Raum Szolyva—St. Mik- 
los zurückgenommen, starke Nachhuten am Feinde belassen. 
Nach einer Erholungspause wurde die Hauptkraft am 18. und 
19. Dezember wieder nach vorne verlegt. 
Am 20. Dezember begann der allgemeine Angriff, bei dem der 
Gruppe Hofmann die Aufgabe zufiel, durch scharfes Anpacken mög 
lichst viele Kräfte des Feindes zu binden. 
FML. Hofmann befand sich bis zum 8. Oktober in selbständigem 
Verhältnis, alle seine damals getroffenen Verteidigungsmaßnahmen 
entstammten seiner Initiative. Diese Entschlüsse wurden unter 
schwierigen Verhältnissen gefaßt und durchgeführt, wobei auch die 
Mittel für eine rasche Verbindung mit seinen Truppen nur in ge 
ringstem Maße vorhanden waren. 
Der gewagte Entschluß eines Angriffs auf Märamaros-Sziget, 
trotzdem der Erfolg des Angriffs auf Verecke noch nicht vorlag, 
wurde von Hofmann in Ansehung des Umstandes gefaßt, daß bei 
einem defensiven Verhalten gegenüber den dort befindlichen feind 
lichen Kräften die Gefahr bestand, daß die starke russische Kavalle 
rie von Märamaros-Sziget aus über Szatmär-Nemeti in die ungarische 
Ebene vorstoße oder in Siebenbürgen Schrecken und Verwirrung 
verbreite. Durch die gleichzeitig durchgeführte Offensive nach zwei 
Seiten wurde der Feind über die vorhandenen Kräfte getäuscht. 
Die offensiv geführte Verteidigung in Nordostungarn hat da 
durch auch auf den Verlauf der großen Operationen in Galizien eine 
Rückwirkung ausgeübt. Auch war das Festhalten des Verecke- und 
Beskid-Abschnittes gegen einen starken Gegner in. der Zeit vom 
8. November bis 11. Dezember von günstiger Wirkung für die nach 
folgenden Operationen zur Wiedergewinnung des Uzsokpasses 
und für die weiteren Ereignisse.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.