Volltext: Zur heimatkundlichen Auswertung der Kirchenbücher (6 / 1935)

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Es schenkte damals der Herzog Albrecht dem Kloster Wald— 
hausen für die Haltung einer täglichen Frühmesse durch 
Anen Chorherren einige Dienste und Zehente zu Innerfeld 
in der Pfarre Mitterkirchen. Als erster Pfarrer zu Sankt 
Thomas ist im Jahre 1355 ein gewisser „Chunrat“ beur— 
fundet. dem als Kaplan der Gesell „Nycla“ zur Seite stand. 
In der ersten Hälfte des 15 Jahrunderts fegte der 
Hussitensturm über das untere Mühlviertel. Das Kloster 
Waldhausen wurde zweimal (1428 und 1432) geplündert 
und in Asche gelegt und auch die Kirche zu St. Thomas arg 
in Mitleidenschaft gezogen. 
Ein Jahrhundert später wurden die Thominger Anhän⸗ 
ger der neuen Lehre des Wittenbergers. Insbesondere die 
Bauern hatten sich vom Luthertum auch die Befreiung von 
ihren übermäßig drückenden sozialen Lasten erhofft und 
waren bald eifrige Anhänger geworden. Ein Bericht aus 
Waldhausen weiß auch zu erzählen, daß die alten Stiftungen 
(1347) zur Zeit der Reformation in Vergessenheit geraten 
sind. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts scheint aber Sankt 
Thomas wieder von katholischen Geistlichen versehen worden 
zu sein. Ein solcher war der Pfarrer Simon Lechner, der 
n einem Waldhausener Stiftsbuche aus dem Jahre 1604 
beurkundet ist. Die alten Protestanten aber trugen zwischen 
1608 und 1624 ihre Kinder zur Taufe nach Münzbach, auch 
ihre Toten brachten sie dorthin zum Begräbnis. Münzbach 
war ja mit den zwei Nachbarspfarren Altenburg und Perg⸗ 
kirchen eine Hochburg des Protestantismus im unteren 
Mühlviertel. Zwischen 1608 und 1624 war der Magister 
Valentin Lang Pastor in Münzbach. Namentlich sind in den 
alten Münzbacher Matriken u. a. folgende Thominger Pro— 
lestanten aufgezählt: 1612 die Richterin zu St. Thomas und 
1613 die Mayerin am Klingenberg. Am 30. Juni 1618 
wurde der Richter von St. Thomas Kaspar Eckher (von 
Eferding gebürtig) begraben. Er war 28 Jahre Richter zu 
St. Thomas gewesen. Am 6. November 1619 wurde des 
Hochstraßers Knecht, der auf der Jagd einen tödlichen Schuß 
hekommen haätte, beim Hummelberger gespeist. Zur Kom— 
munion gingen um diese Zeit (zwischen 1608 und 1624) 
unzählige Thominger nach Münzbach. 
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erblühte 
wieder reges katholisches Leben in St. Thomas. Darüber 
wissen uns die mit dem Jahre 1671 beginnenden Pfarr⸗ 
matriken einiges zu erzählen. Im 17. Jahrhundert gab es
	        
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