Volltext: 70. Heft 1914/16 (70. Heft 1914/16)

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miteinander verbundene Fahrzeuge hergestellt. Die ein- 
zelnen Schiffe dieser Schiffssperre werden mit Holz oder 
Kork gefüllt, um nicht zu versinken. Balkensperren sind 
sachlicher; hierzu werden schwere Balkenflöße oder Ein- 
zelbalken durch Stahltaue miteinander verbunden und 
quer über die zu sperrende Fahrwasserstrecke hinüber- 
gezogen. Natürlich müssen auch hier Lücken zum Passieren 
der eigenen Schiffe vorhanden fein- 
Kleinere Strecken, d. h- falche,* wo die Ufer ganz 
nahe einander gegenüber liegen, können durch Draht- 
feile oder Ketten allein gesperrt werden. Bei den meisten 
Schwimmsperren bringt man noch Netze an, die besonders 
neuerdings den Untersee- 
booten gegenüber notwen- 
dig sind. Alsdann sinden 
Einrichtungen zum Ver- 
wickeln d er Schissss chraub en 
u. a. hier und da noch An- 
Wendung. Auf sehr flachen 
Stellen können auch Pfahl- 
sperren Nutzen bringen, 
die gegen kleinere Boote 
ausreichen. 
Alle diefe Sperren 
müffen aber unter dem 
Feuerbereich von Land- 
(und auch Bord-)Gefchützen 
sich befinden, um ihr Fort- 
räumen zu verhindern. Nur 
weiter nach See zu laffeu 
sich auch noch mit Vorteil 
hier und da einzelne Streu- 
Minensperren, wie sonst an 
der Küste anbringen. Sämt- 
liche Sperren müssen aber 
so ausgelegt werden, daß 
sie eine sachliche, schnelle 
Verwendung der eigenen 
Seestreitkräfte möglichst 
wenig behindern. Und zur 
Abwehr von Schiffen des 
Gegners die fich etwa in 
nahen Seitenbuchten auf- 
halten können, müffen 
die Landwerke außerdem 
mit schweren Steilfeuer- 
gefchützen ausgerüstet sein. 
Wachtschisse vor dem 
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Phot. PauAWagner, Berlin. 
Ein deutsches Telegraphenbataillon setzt die durch eine englische Flieger- 
bombe zerstörte Telephon- und Telegraphenleitung in Lille instand. 
gegenwärtigen, daß die Kameruner Schutztruppe rund 
2000 Kämpfer zählte, die Zahl der Ententetruppen aber 
sicherlich auf 20 000 bis 30 000 Mann — eine zehnfache 
Übermacht alfo — zu schätzen ist, konnte wohl niemandem 
der Ausgang dieses Ringens unklar bleiben. Anfang 
November standen die englischen Truppen bei Njok, nur 
noch etwa 50km westlich von Jannde, die Franzofen 
etwa 70 km füdlich dieses befestigten Platzes. Gegen 
Joko (nördlich von Jannde) waren Franzosen und Eng- 
länder von Norden her, nach Eroberung Banjos und 
Tibatis, ziemlich weit vorgestoßen; von Osten her waren 
andere französische Kolonnen über Bertua und Dume 
im Anzug. So fiel denn 
diesem Kesseltreiben am 
1. Jannar 1916 Jannde 
zum Opfer, nachdem sich 
die Ententetruppen vier- 
zehn Monate lang verged- 
lich darum bemüht hatten. 
Der Kampf scheint nun- 
mehr zum Eude gelangt 
zu sein. Die im Jaunde- 
gebiet operierende Truppe 
hat sich zum größten Teile, 
immer noch Widerstand 
leistend, nach Süden, 
zwischen Jaunde und den? 
Munigebiet, zurückgezogen 
und in der Nähe der 
spanischen Grenze Fran- 
zosen und Engländern noch 
manches Scharmützel ge- 
liefert. Wie jetzt bekannt 
wird, ist es einzelnen Ab- 
teilnngen gelungen, auf 
fpauifches Gebiet über- 
zutreten, begünstigt durch 
die natürlichen Verhält- 
nifse dieses Südkameruner 
Urwaldgebietes. 
Die Wälder Südkame- 
runs unterscheiden sich in 
jeder Beziehung von den 
Gegenden im Norden des 
Landes, z. B- der Berg¬ 
gegend von Banjo. Wäh- 
rend hier der Steppen- 
Außeneingang sichern vor 
plötzlichem Angriff weiterhin, ferner können hier auch 
Flugzeuge und Luftschiffe erfolgreich verwendet ivcrden, 
so daß zur Verteidigung eines Hafens alle zu Gebote 
stehenden Kriegsmittel gut zu verwenden sind. 
-st * 
* 
Die Kämpfe in Kamerun. 
Es kann kaum noch einem Zweifel unterliegen, 
daß unsere Kolonie Kamerun zum größten Teile von 
englischen, französischen und belgischen Truppen be- 
setzt ist. Nach nnd nach gelang es der beträchtlichen 
Ubermacht der Ententetruppen, einen befestigten Platz 
nach dem andern zu nehmen, nicht ohne erbitterte Kämpfe, 
bei denen das Häuflein deutfcher Schutztruppenkrieger 
den Feinden manche erhebliche Verluste beibrachte. Vou 
allen Seiten konzentrisch angegriffen, zog sich die deutsche 
Schutztruppe schließlich auf die beiden letzten Hanpt- 
stellungen Joko und Jannde zurück. Wenn wir uns ver- 
charakter vorherrscht mit krüppeligen Bäumen, wuchert 
im Süden die typische tropische Vegetation. Die 
Fruchtbarkeit des Bodens ist unerhört. Farmen der 
Eingeborenen und Flächen mit Olpalmen wechseln ab 
mit unendlichen Strecken des Urwaldes. Die gewal- 
tigen Baumriesen mit ihrer weißlichen Rinde, deren 
Stämme sich erst ganz oben zur Baumkrone verästen, 
haben fast alle ganz merkwürdige, brettartig vom 
Stamm abstehende Strebepfeiler, die fich als Wurzeln 
wie Riesenschlangen über den Boden breiten- Dichtes 
Unterholz und Schlingpflanzen, die wie Schiffsseile zur 
Erde wachsen, machten den Wald fast undurchdringlich; 
wo man gezwungen ist, vom fchmalen Negerpfad ab- 
zuweichen, muß er mit Bufchmeffern zerhauen werden- 
Fikusbäume mit närrischen Luftwurzeln, verschlungene 
Stämme- des Drachenbaumes mit fremdartigen Blatt- 
büfcheln, Raphiapalmen mit riesenhaften Blattwedeln, 
aus denen man Dachlatten fertigt, verleihen diesen 
Wäldern ihr phantastisches Aussehen. Dämmerung und
	        
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