Volltext: Gutau einst und jetzt

kam aber nie hieher. Ab 1611 erscheint Martin Berlin als 
Pfarrer von Gutan. Berlin war Protestant. Dieser beklagte 
sich in St. Floriav, daß nicht bloß die von Schloß Reichenstein, 
sondern auch die von den Nachbarhäusern in Wartberg be¬ 
graben werden, obwohl sie zur Pfarre Gutau gehören. Die 
Pfarrkinder von Gutau können sich demnach auch außerhalb 
ihrer Pfarre begraben lassen und Prädikanten berufen. Berlin 
starb 1638, einen Sohn und Enkel hinterlassend. Nun kommen 
wieder katholische Priester. Daß aber das Volk innerlich trotz 
der Gegenreformation noch der evangelischen Lehre zugetan 
war, beweist, wenn auch Pfarrer Helffer berichtet, daß in seiner 
Pfarre kein Protestant mehr sei, man seine Entfernung im 
Jahre 1659 betrieb. Man klagte Helffer wegen Raufens, 
tätlicher Mißhandlungen an. Die Erhebungen ergaben Schuld¬ 
losigkeit und scheint Helffer 1680 gestorben zu sein. Seit Helffer 
Pfarrer von Gutau war, ist das Volk wieder katholisch und 
blieb es fortan. 
Gutau und seine Umgebung. 
Eingebettet in des Tales Kessel liegst du ,Heimatsort' 
von dem dies Buch uns erzählet. Im Kreise dich umgeben 
tannbewachsene Berge. Siehst du hin nach Süden, so erhebt 
sich über dir der Hnndsberg mit Hundsdorf hoch auf ihm. 
Ein freundlich Dörflein, wo der Alpen silberglänzende Berge 
dir entgegenwinken. Du siehst hinaus ins breite Donautal. 
Im Weiten grüßen Berg und Wald des Mühellandes. Der 
Besenberg führt dich hinab ins Tal der Aist, wo brausend 
die Wogen aus dem Wald sich schlingen, kräftig Mühlen und 
Sägen treiben, wo die Schmiede einstens ihre Hämmer 
schwangen. 
Gegen Osten hin erhebt sein Hanpt der Moiserberg, er¬ 
innernd an gar alte Zeit, wo von Slavenvölkern Kunde kommt. 
Hinter ihm der Sarmiugbach, Pehersdorf (Böheimsdorf), 
welche Namen unserer Sprache fremd. Gar stolz thront hinter 
diesem die starke Feste Prandegg, ein Bollwerk gegen fremde 
Horden, mächtig, stark, ein Stolz des ganzen Landes. Im 
Tale drinnen liegt das Hammerwerk, wo Sensen man ge- 
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